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Jahrestagung Kulturwirtschaft: Optimismus in der Krise

Jahrestagung Kulturwirtschaft
Jahrestagung Kulturwirtschaft
Alles und jeden scheint sie erfasst zu haben, die Krise. Zumindest eine Branche aber rechnet sich gute Chancen aus, sobald sich die Nebel verzogen haben, rasch wieder auf die Beine zu kommen: die Kultur- und Kreativwirtschaft. Dies zumindest war die Grundstimmung auf der 6. Jahrestagung, zu der die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Büro für Kulturpolitik und Kulturwirtschaft ins Berliner Umweltforum eingeladen hatte. Das Thema: „Weltwirtschaftskrise: Absturz oder Aufbruch für Kultur- und Kreativunternehmen?“

 

Berndt
Berndt
Eröffnet wurde die Tagung mit Grußworten von Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für die Freiheit, und Bernd Fesel, Geschäftsführer des Büros für Kulturpolitik und Kulturwirtschaft.


Fesel
Fesel
Anschließend referierte Hans-Joachim Otto MdB, in der zurückliegenden Legislaturperiode Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages und seit Oktober dieses Jahres Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. Otto unterstrich die Absicht der Politik, den Dialog mit den Akteuren der Kreativwirtschaft zu intensivieren.


Otto
Otto
Eine Einrichtung, die dazu beitragen soll, ist das neu eingerichtete Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft. Die öffentliche Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft sei, so Otto weiter, keine Subvention, sondern eine „unverzichtbare Investition in die Zukunft“. Immerhin falle dieser Branche im Kampf gegen die Wirtschaftskrise eine Schlüsselrolle zu. Ottos Appell an die Adresse der Kulturschaffenden: „Bleiben sie kreativ, auch und besonders in der Wirtschaftskrise!“

 

Wege aus der Krise: Innovation und Nachhaltigkeit

 

Bloching
Bloching
Anschließend traten Professor Björn Bloching , Roland Berger Strategy Consultants, und Andreas Rochholl, Künstlerischer Leiter der Zeitgenössischen Oper Berlin, ans Rednerpult. Bloching erinnerte daran, dass der globale Handel durch die Wirtschaftskrise innerhalb weniger Monate fast komplett zum Erliegen gekommen sei. Bald aber könne es wieder bergauf gehen, Teile der Wirtschaft zögen bereits wieder an, nicht zuletzt in China. Anlass zur Entwarnung gebe es freilich noch nicht. Die Krise habe gezeigt, dass die Weltwirtschaft im Wandel sei und neue Trends entstünden. Gerade die Kreativwirtschaft müsse sich, so Blochings Appell, diesen Trends stellen. Innovation und Nachhaltigkeit seien die Schlüssel für die Wege aus der Krise.

 

Rochholl
Rochholl
Rochholl lenkte das Augenmerk auf das von ihm geleitete Bildungsprogramm „Operare“ und schlug einen originellen gedanklichen Bogen von John Cage, einem der Väter der Happeningkunst, zum Schweinegrippenvirus. Das didaktische Konzept von „Operare“ ist wie die künstlerische Arbeit von John Cage dem Zufallsprinzip verpflichtet. Es will Menschen dazu anspornen, sich von der Strategie eines zielgerechten Lernens zu verabschieden.


„Operare“ schlage einen solchen Weg in Richtung Zufall ein, es biete Menschen mit Berufserfahrung einen Raum, innerhalb dessen sie beisammen sein und voneinander lernen können. Flexibilität sei auch die wirkungsvollste Immunisierung gegen das Schweinegrippevirus. Am besten also bekämpfe man es, so Rochholls Fazit, mit John Cage.

 

Ideen: nicht nur kreativ, sondern auch kommerzialisierbar

 

Segal, Höppner, Lucker, Bendisch, Güllmann
Segal, Höppner, Lucker, Bendisch, Güllmann
Es folgten drei Foren, bestehend aus Impulsreferaten und einer Podiumsdiskussion. Das Thema des ersten Forums: „Neue Wege der Finanzierung in Zeiten der Krise?!“ Podiumsgäste waren Roger Bendisch, Geschäftsführer der IBB Beteiligungsgesellschaft, Berlin, Peter Güllmann, NRW.BANK, Düsseldorf, Dörte Höppner, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, Berlin, und Christan Segal, Landesbank Berlin/Berliner Sparkassen. Die Moderation hatte Katja Lucker, Leiterin der Kulturbrauerei GmbH, Berlin. Segal wies darauf hin, dass der Umsatz in der Kreativwirtschaft zuletzt 17,5 Milliarden Euro betragen habe, für seine Institution Anlass genug, sich dieser Branche verstärkt zuzuwenden. Er betonte, die Landesbank Berlin/Berliner Sparkassen sorgten für die Anschubfinanzierung, für die Unterstützung von Ideen, von denen sie annimmt, dass sie sich später selbst finanzieren.

 

Höppner erinnerte daran, dass ohne Kreativität und Innovation alle Bereiche der Ökonomie „ziemlich alt aussehen würden“. Auch die Kreativen aber müssten darauf achten, dass, wenn sie auf die Suche nach Unterstützern gehen, die Rendite stimme. Die Politik rief sie dazu auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass mehr privates Kapital in den Bereich Kreativwirtschaft fließt. Auch Güllmann vertrat die Ansicht, dass eine Idee nicht nur kreativ, sondern auch kommerzialisierbar sein müsse. Das entscheidende Kriterium einer Investitionsentscheidung sei schließlich die Rendite.

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letzte Änderung: 01.12.2009


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