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Int. Konferenz: Umwelt vs. Marktwirtschaft

Internationale Konferenz in Berlin

„Umwelt vs. Marktwirtschaft“ lautete der Titel einer internationalen Konferenz, mit der die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit die Leistungsfähigkeit marktwirtschaftlicher Lösungsvorschläge für Umweltprobleme auf den Prüfstand stellte. Im Zentrum stand die Frage, ob und wie die Marktwirtschaft der Komplexität der umweltpolitischen Debatte gerecht wird.

Von ernsthaften Beiträgen zu Umweltfragen wird heute wissenschaftliche Fundierung und zugleich Praxisrelevanz erwartet. Emotionale Betroffenheit führt ebenso wenig weiter wie ideologische Sichtweisen, „Zauberformeln“ oder radikale Heilsversprechungen, die von einem Systemwechsel die Lösung aller Umweltprobleme erwarten. Das Spannungsverhältnis von unvollständiger Information bei gleichzeitiger Notwendigkeit zu entscheiden war dem überwiegend professionellen Publikum – mit der Materie vertrauten Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter, Lobbyisten, Politiker – sehr bewusst.

Warnung vor bloßem Aktionismus

Goklany, Zumpfort
Goklany, Zumpfort
In seiner Einführungsrede zu der Konferenz warnte Wolf-Dieter Zumpfort, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung, vor Aktionismus: „Die Einstellung, es sei besser zu handeln, als abzuwarten, darf deshalb nicht zu bloßem Aktionismus verleiten. Die bereits eingeführten oder geplanten Regulierungen stellen nicht nur einen erheblichen Eingriff in die Freiheit der Bürger dar. Sie gefährden auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und damit den Wohlstand der Gesellschaft.“

Indur M. Goklany, Autor u. a. von „The Improving State of the World“, machte auf der Konferenz deutlich, dass er keinesfalls die Herausforderungen des Klimawandels ignoriert. Auch er akzeptiert einschlägige Untersuchungen (z.B. Stern-Report und die Abschätzungen möglicher Klimafolgeschäden des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC). Zugleich argumentiert er mit dem Opportunitätsprinzip: Statt einseitigem Klimaaktionismus zu huldigen, plädiert er für Anpassung der betroffenen Bevölkerung an den Klimawandel. Alternativ zur prioritären Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung von Klimaschäden sollten bereits bekannte Probleme mit bewährten Mitteln gelöst werden, deren Kosten deutlich günstiger wären als der Aufwand für klimapolitische Maßnahmen vor dem Hintergrund unsicherer Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Den Versuch von Umweltlobbyisten, Subventionen für Umweltschutzaktivitäten ohne Rücksicht auf aktuelle und zukünftige Alternativen durchzusetzen, bezeichnete Goklany als typische „top-down“ Strategie, gegenüber der er persönlich für problembezogene „bottom-up“, also Marktlösungen plädierte. Ginge es danach, die potentiellen Folgeschäden des Klimawandels so effizient wie möglich zu bekämpfen, hätten Maßnahmen zum Klimawandel in der Gegenwart keine besondere Priorität.

Klimaschutz: Von Protektionisten missbraucht

Erixon
Erixon
Anders als Indur Goklany, der das Pro und Contra von schnellen Maßnahmen zum Klimaschutz mit Kosten-Nutzen-Vergleichen anging, legte Fredrik Erixon vom European Centre for International Political Economy in Brüssel dar, dass der Klimaschutz weithin von Protektionisten missbraucht würde. Er betonte Freihandel und Wettbewerb als geeignete Mittel, um in der Umweltfrage zu Lösungen zu kommen.

Julian Morris, Direktor des International Policy Network in London, zielte spezifisch auf die Potentiale der Dynamik der Marktwirtschaft. Viel mehr als nur zusätzliche Tonnen produziert die Marktwirtschaft wachsenden Reichtum und qualitativen, technisch-zivilisatorischen Fortschritt, der zusammen genommen die humanen Fähigkeiten zur Problemlösung – auch in Klimafragen – befördert.
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letzte Änderung: 06.01.2009


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