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Index für wirtschaftliche Freiheit

In Mexiko-Stadt wurde der „Index wirtschaftlicher Freiheit 2005“ der Heritage Foundation vorgestellt. Die Veranstaltung wurde von der Heritage Foundation, der Friedrich-Naumann-Stiftung (FNSt), dem Mexikanischen Wirtschaftsforum und dem Forschungszentrum freie Wirtschaft organisiert und fand im Marriott Hotel statt.
Bei besagtem Index handelt es sich um ein Ranking von 161 Ländern gemäß ihrer ökonomischen Freiheit, bei dem Hongkong den ersten und Nordkorea den letzten Platz belegt. Jedes Land wird dabei in zehn Kriterien beurteilt, darunter die den Bürgern auferlegte Steuerlast, die Gestaltung der Eigentumsrechte sowie das Ausmaß der staatlichen Intervention.

Zunächst gab Dr. Roberto Salinas, Präsident des Mexikanischen Wirtschaftsforums, einen kurzen Überblick über den Ablauf des Abends und übergab das Wort an Lic. Andrea Martínez, Projektkoordinatorin der FNSt in Mexiko, die die Arbeit der Stiftung in aller Kürze beschrieb, wobei sie vor allen Dingen den Freiheitsgedanken betonte.

Es folgte die Vorstellung des Index´ durch Dr. Marc Miles, den Direktor des Zentrums für internationalen Handel und Wirtschaft der Heritage Foundation. Dabei ging er zunächst auf wirtschaftliche Freiheit im Allgemeinen ein, um anschließend auf die Implikationen für Mexiko zu sprechen zu kommen.

Miles hielt fest, dass Wohlstand von Menschen und nicht von Regierungen geschaffen werde. Die Regierung sei lediglich dazu da, einen funktionierenden Rahmen, vor Allem in Bezug auf Rechtssystem und Währungsstabilität, zu schaffen. Die zehn Kriterien, die zur Beurteilung der einzelnen Länder herangezogen werden, seien die zehn Schritte in Richtung der wirtschaftlichen Freiheit. Warum aber ist eine solche ökonomische Freiheit wünschenswert? Miles bezeichnete den Wunsch eines jeden Menschen nach der „Verfolgung seiner Träume“ als eine Grundwahrheit. Jeder sei bestrebt, seine Bedürfnisse und die seiner Familie bestmöglichst zu befriedigen und stehe nur dafür jeden Morgen auf. In einem wirtschaftlich unfreien Land würden einem dabei Steine in den Weg gelegt und die Möglichkeiten eingeschränkt. Wünsche und Möglichkeiten abzüglich Hindernisse ergäben Erfolg, eine Minimierung der Hindernisse hin zur wirtschaftlichen Freiheit sei somit erstrebenswert. Die Empirie scheint dies zu bestätigen, die Daten der letzten elf Jahre zeigen die Korrelation zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Pro-Kopf-Einkommen; geringe Freiheit und korrespondierend ein niedriges Pro-Kopf-Einkommen sind laut Miles auf falsche Entscheidungen und Misswirtschaft der jeweiligen Regierung zurückzuführen.

Mexiko belegt 2005 mit einer Note von 2,89 den 63. Rang und gilt damit als „weitgehend frei“. Dieser im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern schlechte Platz (Chile z.B. liegt mit dem 11. Platz noch vor den USA, die sich den 12. Platz mit der Schweiz teilen) lässt sich vor Allem auf das schlechte Abschneiden in den Bereichen Steuerlast und staatliche Intervention (der Staat verbrauchte 2002 11,8% des BIP) zurückführen. Miles führte aus, dass gerade die hohe Körperschaftssteuer nicht konkurrenzfähig sei. Würde sie gesenkt, sei ein höheres Wirtschaftswachstum zu erwarten. Zudem sei die Privatisierung noch nicht weit genug fortgeschritten, die Eigentumsrechte unzureichend und die bürokratischen Hürden z.B. bei der Gründung eines Unternehmens zu hoch. Als mögliches Vorbild für Mexiko wurde Osteuropa (und hier besonders Estland) hervorgehoben. Im Zuge der voranschreitenden Globalisierung seien Reformen unerlässlich, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Barbaren, so Miles, stünden bereit. Abschließend wies er darauf hin, dass Rang 63 nicht aussage, dass man in Mexiko alles falsch mache, sondern lediglich verdeutlicht werde, welche Länder es besser machten. Daraus könnten dann Schlüsse für die eigene Politik gezogen werden.

Dr. Luís Pazos de la Torre, Direktor der Banobras, legte nun noch einmal die Gründe für den Handlungsbedarf dar. Es existierten heutzutage keine geschlossenen Volkswirtschaften mehr, sondern grundsätzlich offene. Deshalb könne man auch nicht an veralteten Politiken festhalten, sondern müsse sich mit Hilfe angepasster Strategien optimal auf dem Weltmarkt positionieren. Er begrüßte den Index wirtschaftlicher Freiheit als Möglichkeit zur Standortbestimmung und Orientierungshilfe.

Am Ende der Veranstaltung wurden noch einige Fragen zum Index an sich und der Situation Mexikos geklärt.

Anzumerken ist, dass der Index of Economic Freedom größtenteils das bestätigt, was die FNSt auch in der von ihr ko-produzierten „Studie Economic Freedom of the World“ herausgefunden hat. Herausgegeben wird diese Studie jährlich vom Fraser Institute und kann unter http://www.fraserinstitute.ca/admin/books/chapterfiles/EFW2004complete.pdf# abgerufen oder beim Interessentenservice angefordert werden.
letzte Änderung: 12.09.2008


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