Ignatz-Bubis-Stipendium für Julian Voloj Dessauer

Julian Voloj Dessauer Julian Voloj Dessauer erhält ab dem 1. April von Vorstand und Begabtenförderung der Friedrich-Naumann-Stiftung das diesjährige Ignatz-Bubis-Stipendium. Seine damit geförderte Doktorarbeit beschäftigt sich mit Jitzhak Katzenelsons zwischen 1940 und 1944 erschienen jiddischem Werk. Der Arbeitstitel ist "Wi ken ich singen? Das jiddische Werk Katzenelsons 1940-44".
Vielen mag der Autor Katzenelson durch die Übersetzung von Wolf Biermann bekannt sein. In der Arbeit geht es unter anderem darum, das bisher nahezu unbekannte Werk in seiner Originalform einem neuen Publikum vorzustellen. Das Interesse des Doktoranden am Jiddischen wurde durch ein Seminar in der Mediavistik geweckt. Da er neben Germanistik auch Slawistik studierte, war er fasziniert vom Jiddischen, das neben 80% mittelhochdeutschen auch sehr viele slawische Einflüsse hat. „Trotz der sprachlichen Nähe ist Jiddisch aus politischen Gründen lange Zeit nicht als Teil der Gemanistik gesehen worden, obwohl es für einen Laien verständlicher ist als viele plattdeutsche Dialekte“, bedauert Voloj Dessauer.
Auf Katzenelsons Lyrik stieß er auf einer Reise durch Polen und beschäftigt sich nunmehr seit fast zehn Jahren damit. 2001 schrieb er seine Magisterarbeit über Katzenelsons letztes Werk Dos Lid funm ojsgehargetn jidischen Folk. Nachdem er seine akademische Laufbahn für ein paar Jahre unterbrach, um Arbeitserfahrung zu sammeln, widmet er sich nun intensiver den Forschungen. Dabei unterstützt ihn die Friedrich-Naumann-Stiftung.

Ignatz Bubis Das Ignatz-Bubis-Stipendium soll die Erinnerung an den Liberalen Ignatz Bubis wach halten, der Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung war. In dieser Funktion setzte er sich in zahlreichen Veranstaltungen mit Vorträgen und Diskussionsbeiträgen für Menschenrechte und Minderheiten, für politische Kultur, für Toleranz und Versöhnung ein. Es wird für Arbeiten vergeben, die sich einem Thema widmen, das auf die Verständigung zwischen Juden und Christen in liberalem Sinne zielt.
Zur Begabtenförderung




