Nr. 06 / 2009 | Dr. René Klaff | Die Tamilenproblematik in Südasien II: Wahlen in Indien, Bürgerkrieg in Sri Lanka: Politik im Kräftedreieck Delhi – Chennai – Colombo
Tamilen stellen die viertgrößte Sprachgruppe in Indien, der Bundesstaat Tamil Nadu gehört zu den wichtigen Eckpfeilern der Indischen Union. Tamil Nadu entsendet 39 (oder 7,2%) von 543 gewählten Abgeordneten ins indische Unterhaus (zusammen mit der Enklave Puducherry – Pondicherry –, einem Union Territory, sind es sogar 40 Abgeordnete) und ist damit ein wichtiges "Battlefield" in allen nationalen Wahlen – so auch gegenwärtig. Wichtiges Wahlkampfthema ist traditionellerweise die indische Haltung zum Bürgerkrieg in Sri Lanka. Jede indische Regierung, unabhängig von ihrer Couleur, steht bei der Gestaltung ihrer Beziehungen zu Sri Lanka und insbesondere ihrer Positionen zum srilankischen Bürgerkrieg nicht lediglich vor einer außenpolitischen Herausforderung, sondern ist eingebunden in ein kompliziertes innenpolitisches Geflecht historisch-kultureller Rahmenbedingungen und divergierender aktueller Interessen. Indische Tamilen sehen sich traditionellerweise als Sachwalter der Interessen ihrer ethnischen Verwandten in Sri Lanka. Strategien und Handlungsoptionen einer jeden indischen Zentralregierung ergeben sich somit als Folge von Positionsbestimmungen in einem dynamischen Kräftedreieck, das durch die Pole Delhi, Chennai und Colombo markiert wird.Vollständigen Bericht jetzt abrufen (PDF)




