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Hannover: 20 Jahre gesamtdeutsche liberale Politik

Philipp Rösler, Guido Westerwelle, Wolfgang Gerhardt
Philipp Rösler, Guido Westerwelle, Wolfgang Gerhardt
Die erste gesamtdeutsche Partei wurde von den Liberalen aus Ost und West am 11. und 12. August 1990 gegründet, mithin sechs Wochen vor der staatlichen Einigung. Daran erinnerte in Hannover eine Stiftungsveranstaltung unter dem Titel "20 Jahre gesamtdeutsche liberale Politik".

In Sachen nationaler Einheit hat der deutsche Liberalismus immer eine Vorreiterrolle gespielt: Er war der Motor der Nationalbewegung im 19. Jahrhundert, er hat und die ersten gesamtdeutschen Organisationen ins Leben gerufen (z.B. mit dem "Deutschen Nationalverein"); die Liberalen unterhielten als einzige gesamtdeutsche Parteibeziehungen in der Zeit der deutschen Teilung.

Auch im Zuge der deutschen Wiedervereinigung kam ihre Avantgarde-Rolle nochmals zum Ausdruck, denn die erste gesamtdeutsche Partei wurde in Hannover von den Liberalen aus Ost und West am 11. und 12. August 1990 gegründet, mithin sechs Wochen vor der staatlichen Einigung.

Es gab auch verkniffene Gesichter – aber nicht bei den Liberalen

Wolfgang Gerhardt
Wolfgang Gerhardt
Nur wenige Monate zuvor hatte damit niemand rechnen können. "Aber alle die, die vor 20 Jahren in Hannover am Vereinigungsparteitag zur gesamtdeutschen Freien Demokratischen Partei teilnahmen, hatten die Hoffnung nie aufgegeben", so der Hinweis von Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Gerhardt erinnerte daran, dass der Wille zur und die Freude über die deutsche Einheit bei den Liberalen immer vorhanden war, in anderen politischen Lagern jedoch nicht: "Es gab auch verkniffene Gesichter und denkwürdige Presseverlautbarungen von Persönlichkeiten, die später im vereinten Deutschland Bundesminister wurden, einschließlich eines unerträglichen Auftritts von Otto Schily, der nur wenige Tage zuvor von den Grünen zur SPD gewechselt hatte und das Ergebnis der Volkskammerwahl im März 1990 schlicht und arrogant-herablassend durch das Hochhalten einer Banane im Fernsehen kommentierte."

Ganz anders Wolfgang Mischnick. "An diesen charaktervollen Mann", so Gerhardt, "zu erinnern, ist für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Pflicht und Freude zugleich. Er habe dem Ziel der Einheit in Freiheit im wahrsten Sinne des Wortes gedient. "Die FDP und die Friedrich-Naumann-Stiftung, deren Vorstandsvorsitzender er war, sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Er verkörperte das Streben nach Einheit und Freiheit für all diejenigen auf beiden Seiten der früheren Grenze, die die Hoffnung nie aufgegeben hatten."

"Wenn wir's noch mal machen können, dann machen wir's besser"

Sabine Bergmann-Pohl, die Präsidentin der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR, erinnerte die Gäste in Hannover an die besondere Rolle des DDR-Parlaments auf dem Weg zur Einheit. Zuvor noch ein Scheinparlament, das dem Land der Staatspartei SED demokratischen Anstrich zu geben hatte, war die Volkskammer nun eine aktive Bürgervertretung, in der eine sachliche Arbeit über Parteigrenzen hinweg kennzeichnend war. Bergmann-Pohl schilderte die ersten zwanzig Jahre der Einheit als eine Erfolgsgeschichte, auch wenn sogar Experten 1990 mit einem wesentlich schnelleren Aufholen der neuen Länder gerechnet hätte.
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letzte Änderung: 16.09.2010


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