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Gummersbach: "Die wahre Heimat des Liberalismus"

Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach
Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach
In der Festschrift "30 Jahre Junge Liberale" wird von Patrick Arora eine Traditionsveranstaltung der Theodor-Heuss-Akademie, das "Jugendpolitische Forum der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Politisch Programmatisches Wochenende" gewürdigt:

Die wahre Heimat des Liberalismus

„Komm doch mit nach Gummersbach, da findet immer das Politisch-Programmatische-Wochenende (PPW), ein cooles Seminar mit ganz vielen programmatisch interessierten JuLis, statt“ sagte ein gewisser Philipp Rösler, damals gerade ein Jahr Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Niedersachsen, an irgendeinem grauen Herbsttag 1997 zu mir. Gummersbach? Den Ort hatte ich mal im Zusammenhang mit Handball gehört – aber niemals im Zusammenhang mit Politik. Was für ein Fehler, wie sich später herausstellte. Und da ich gerade meinen Zivildienst ableistete und am Wochenende nichts Besseres zu tun hatte, saß ich also ein paar Wochen später in einem ziemlich ranzigen InterCity auf dem Weg nach Köln, wo es dann in eine noch ranzigere CityBahn umzusteigen galt.

Als ich in Köln bemerkte, dass der Zug dieselbetrieben war, schwante mir schon, dass in Gummersbach außer der berühmt-berüchtigten Theodor-Heuss-Akademie nicht viel sein würde. Wie sich sehr schnell herausstellte, war das aber auch nicht nötig, denn die Qualität der Diskussionen in den Arbeitskreisen und – natürlich nicht zu vergessen – die Partys in der Wachholderstube waren und sind ein Highlight eines jeden JuLi-Lebens.

Abgesehen davon, dass ich im Arbeitskreis Wirtschaft bei meiner ersten Teilnahme nicht wirklich viel verstand, traf ich auf viele, viele JuLis aus ganz Deutschland, die genau das interessierte, was mich auch antrieb – nämlich ohne Scheuklappen liberale Ideen zu entwickeln. Erst deutlich später merkte ich, dass das Thema Länderfinanzausgleich mit seinen schönen Absonderlichkeiten wie dem Stadtstaatenprivileg und der Einwohnerveredelung als Einstieg in liberale Wirtschaftspolitik für einen Abiturienten nicht unbedingt die allerleichteste Kost darstellt.

Dies hielt mich aber nicht davon ab, später sechs Jahre lang selbst Arbeitskreise zu leiten und den spannenden Spagat zu versuchen, sowohl promovierte Wissenschaftler wie auch Schüler ein Wochenende lang bei programmatischer Laune zu halten und gleichzeitig gute inhaltliche Ergebnisse zu erzielen.

Nach ungefähr 40 Teilnahmen am PPW, vielen, vielen Partys mit der JuLi-Hymne, latentem Schlafdefizit, der ein oder anderen Aspirin- und Kamillenteesehnsucht am Morgen, aber auch einer Menge an neuen, kreativen Ideen aus den Arbeitskreisen (ja, ich bin immer noch für eine Abschaffung des Kündigungsschutzgesetzes!) und spannenden Diskussionen kann ich nur sagen: PPW – bleib, wie Du bist. Und allen Neumitgliedern sei gesagt: Wer das PPW verpasst, verpasst ein Stück gelebten Liberalismus.

Patrick Arora


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letzte Änderung: 29.12.2010


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