James Tooley: Could the Globalisation of Education Benefit the Poor?
Occasional Paper Nr. 3
Diese Frage würden viele Leser wahrscheinlich spontan negativ beantworten oder zumindest sehr skeptisch sehen. So sehr wird das soziale Empfinden in Deutschland von den geradezu missionarischen Argumenten der Globalisie-rungsgegner beeinflusst, erst recht wenn es um Entwicklungsländer geht. Glo-balisierung als Ausweg aus Armut und Analphabetentum in der Dritten Welt? Gar noch mit Hilfe „profitorientierter“ privater Schulen? James Tooley und sein Forschungsteam haben empirisch nachgewiesen, dass das nicht nur möglich ist sondern in vielen armen Ländern auch hervorragend funktioniert . Dr. James Tooley ist Professor für Bildungspolitik an der Universität Newcastle und Direktor des dortigen Forschungsinstituts E.G.West Centre. Er gilt als einer der profiliertesten Wissenschaftler im Bereich Bildung und Entwicklung weltweit. In zahlreichen Forschungsstudien hat sein Team besonders in Indien und verschiedenen afrikanischen Ländern eindeutig zeigen können, dass die staatlichen Schulsysteme so verrottet und ineffizient sind, dass die Eltern ihnen nicht mehr vertrauen. Schlecht bezahlte und demotivierte staatlich angestellte Lehrer leisten wenig, wenn sie überhaupt regelmäßig unterrichten.
So haben sich vielfach private Schulen etabliert, die auch in den ärmsten Elendsvierteln für wenig Geld eine solidere Grundbildung anbieten können als der Staat. Die privaten Schulträger, engagiertere Lehrer, die im Gegensatz zu den staatlichen Kollegen jederzeit entlassen werden können und deshalb mehr leisten wollen, Eltern, die wie überall von einer besseren Zukunft für ihre Kinder träumen und dafür auch bezahlen wollen, und schließlich die wissbegierigen und lernwilligen Kinder der Slums ziehen an einem Strang in Richtung Zukunft.
Der liberale Charme dieser in Europa oder gar Deutschland schwer vorstellbaren privatwirtschaftlichen und unternehmerischen Lösung liegt vor allem in der Eigenverantwortung aller Beteiligten anstelle ineffizienter staatlicher Zwangslösungen. Tooley zeigt, dass Schule für Kinder, Eltern und Lehrer mehr Spaß machen und sich dazu auch noch selbst tragen kann.
Das Liberale Institut empfiehlt diesen Essay besonders auch deshalb, weil er die im deutschen Bildungswesen so überaus festgefügten etatistischen Denkmuster radikal in Frage stellt.
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