Kooperation zwischen Stiftung und Klimarat Indonesiens

Indonesischer Reisfarmer Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Indonesien erweitert ihr Portfolio um eines der wichtigsten Themenfelder des 21. Jahrhundert – den Klimawandel. In diesem Zusammenhang ist die Stiftung eine Kooperation mit dem Nationalen Klimarat des Landes eingegangen. Dieser untersteht dem Staatspräsidenten und vertritt ihn in nationalen und internationalen Verhandlungen über die indonesische Klimaschutzpolitik.
Rund neun Monate nach Kopenhagen laufen derzeit die Vorbereitungen für den nächsten UN-Klimagipfel, der Anfang Dezember im mexikanischen Cancún stattfinden wird. Mit vereinten Kräften arbeiten der Klimarat und die Stiftung in diesem Kontext an politischen Empfehlungen, die marktkonforme und umsetzbare Politikansätze („pro-growth, pro-poor, pro-environment“) für Indonesien aufzeigen und pünktlich vor dem Cancún-Gipfel in die politische Debatte Indonesiens – und Deutschlands – eingebracht werden.
Die internationale Gemeinschaft kennt Indonesiens Bedeutung für die Reduzierung anthropogener Treibhausgasemissionen. So hat Norwegen jüngst eine Milliarde US-Dollar für ein zweijähriges Abholzungsmoratorium in Aussicht gestellt. Das in den indonesischen Wäldern und Torfgebieten gespeicherte CO2 spielt für die Treibhausgasbilanz des Landes die entscheidende Rolle: Indonesien macht flächenmäßig mit 180 Millionen Hektar zwar nur rund 1,3% der globalen Landmasse aus. Doch es verfügt nach Brasilien über die größten Regenwaldgebiete der Welt.
Verheerende Auswirkungen der Rodungen auf die Biodiversität

Gerodetet Wald Heute sind aber nur noch 56% der Landfläche Indonesiens mit Regenwald bedeckt. Neben den verheerenden Auswirkungen der Rodungen auf die Biodiversität sind nach Berechnungen von Greenpeace allein 4% der anthropogenen CO2-Emissionen weltweit auf die Zerstörung der indonesischen Wälder und Torfgebiete zurückzuführen. Unter Berücksichtigung dieser Emissionen steht das Land auf dem 3. Platz der weltweit größten CO2-Emittenten.
Rigide Umweltschutzmaßnahmen, die die wirtschaftliche Entwicklung abwürgen, sind keine Option. Sie widersprächen den Bemühungen zur Armutsbekämpfung, dem Fortschrittswillen des Landes, und sie träfen zudem auf unklare und überlappende Verantwortlichkeiten sowie die mangelnde ökonomische Entwicklung in der Fläche. Stattdessen sind intelligente, integrierte Lösungen auf der Makro- und Mikroebene gefragt, die vor allem auf Anreizsysteme setzen – nicht zuletzt, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, die sich Indonesien selbst gesetzt hat. Bis 2020 möchte man aus eigener Kraft eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 26% erreichen, mit internationaler Hilfe verspricht man sich gar eine Reduzierung um 41%.
Marktchancen für deutsche und indonesische Unternehmen

Logo des Nationalen Klimarats Indonesien spielt eine Vorreiterrolle, indem es zeigt, dass Schwellenländer versuchen, ihrer politischen Verantwortung gerecht zu werden – auch ohne auf verbindliche Zusagen der beiden weltweit größten Emittenten USA und China zu warten. Der neuen Akzentuierung im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Rechnung tragend, werden der Klimarat und die Stiftung darüber hinaus auch Marktchancen für deutsche und indonesische Unternehmen aus den Bereichen Energie und grüne Technologien ausloten.
Abgerundet wird die Kooperation von Stiftung für die Freiheit und dem Klimarat durch eine gemeinsame Expertenkonferenz in Jakarta, bei der Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die politischen Empfehlungen diskutieren werden, um sie in den Gremien des indonesischen Parlaments und der Regierung einzuführen, und um die Kommunikation zwischen den Akteuren zu verbessern.
David Henneberger
Zur Stiftung in Indonesien





