Liberale Ansätze zur Lösung der Weltnahrungskrise

Die Teilnehmer am Workshop „World Food Crisis: Social and Economic Threats and Challenges in Northeast Asia“ So ganz konnte die weltweite Finanzkrise beim Workshop der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zum Thema “World Food Crisis - Threats and Challenges for Northeast Asia” nicht verdrängt werden, befürchteten doch die eingeladenen Experten, dass die Finanzkrise nicht ohne Auswirkungen auf die dringende Lösung der Versorgungslage mit Grundnahrungsmitteln, insbesondere in Entwicklungsländern, bleiben werde.
In Kooperation mit dem Jeju Peace Institute untersuchten ausgewiesene Experten insbesondere die sozialen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Implikationen auf eine vom Handel stark abhängige Region.
Die Veranstaltung wurde vom südkoreanischen Chefunterhändler der Sechs-Parteien-Gespräche, Botschafter Kim Sook, mit den Worten eröffnet, dass Nordkorea unmittelbar von der Krise betroffen sei. Das Land leide immer noch unter einem chronischen Nahrungsmittelmangel mit erheblichen Folgen, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Er unterstrich, dass Südkorea auch weiterhin bereit sei, ohne jegliche Vorbedingung Hilfe zu leisten, auch wenn nicht mit einer vergleichbaren Hungersnot wie Mitte der 90er Jahre zu rechnen sei.
Unter besonderem Interesse, auch der koroeanischen Medien, berichtete er über den Stand der Vereinbarungen im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche. Hoch und Tiefs prägten den Prozess, der nur durch weitere Vertrauensbildung zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden könne. Die beteiligten Parteien hätten in der vergangenen Woche mit der Verständigung auf Verifikationsmechanismen zur Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel die Voraussetzungen geschaffen, daß Nordkorea von der Liste der Terror unterstützenden Staaten gestrichen wurde. Im Anschluss an sein Grußwort hatte der Projektleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Walter Klitz, Gelegenheit zu einem einstündigen Meinungsaustausch mit Botschafter Kim Sook.

Prof. Dr. Franz Heidhues setzt den Ton für die Veranstaltung Der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Welthungerhilfe, Professor Franz Heidhues, betonte, dass insbesondere die zunehmende weltweite Nachfrage als ursächlich für die Krise anzusehen sei. Die Motivation zur Subventionierung von Biodiesel, insbesondere in Europa und in den Vereinigten Staaten von Amerika, habe ursprünglich darin gelegen, das immer teurer werdende Öl zu substituieren. Das International Food Policy Institute führe etwa 30 Prozent der Preiserhöhungen bei Lebensmitteln auf die Produktion von Biodiesel zurück.
Katsuji Matsunami von der Asian Development Bank unterschied zwischen strukturellen und zyklischen Faktoren. Zu den strukturellen zählte er vor allem das starke Wirtschaftswachstum in Indien und China, das zu einer verstärkten Nachfrage führe. Die Landwirtschaft leide weltweit unter zu geringen Investitionen, was sich in einer stagnierenden Produktion niederschlage. Zu den zyklischen Faktoren gehörten Klimawandel, Panikkäufe von Händlern und Verbrauchern und die kürzlich von Indien, Vietnam, China, Kambodchia und Indonesien eingeführten Exportrestriktionen.

Walter Klitz im Gespräch mit dem südkoreanischen Chefunterhändler der 6-Parteien-Gespräche, Botschafter Kim Sook Die Teilnehmer waren sich einig, dass die politische Lösung der Krise nur in einer gemeinsamen Anstrengung liegen könne, bei der die Zielgenauigkeit der humanitären Hilfe sichergestellt werden müsse. Nur dann sei ein Mindestschutz durch geeignete Sozialprogramme finanzierbar. Weiterhin forderten sie Programme, die kurzfristig und nachhaltig zur Erhöhung der Produktion beitrügen. Alle protektionistischen Lösungen verschärften die Probleme nur noch weiter. Von wesentlicher Bedeutung, insbesondere für die Armen der Armen, sei deshalb der erfolgreiche Abschluss der Doha Welthandelsrunde.
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