Genscher und Familie Schewardnadse besuchen Stiftung

Wolfgang Gerhardt, Paata Schewardnadse, Hans-Dietrich Genscher Hans-Dietrich Genscher und die Familie von Eduard Schewardnadse zu Gast im Truman-Haus, dem Sitz der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Potsdam. Die Begegnung unter dem Thema "Von der Potsdamer Konferenz zur Einheit in Freiheit: 1945 - 1990 - 2010" fand aus Anlass der Premiere des Dokumentarfilms "Eduard Schewardnadse - Leben und Wirken für die Deutsche Wiedervereiniung" statt. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Eduard Schewardnadse selbst leider nicht anreisen. Die achtköpfige georgische Delegation wurde durch seinen Sohn Paata Schewardnadse, ehemaliger UNESCO-Direktor, angeführt.

Gäste aus Georgien und Deutschland im Kaminzimmer... Bevor Projektleiter Wolfgang John detailliert die Arbeit der Stiftung im Südkaukasus erläuterte, stellte Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung für die Freiheit, im Kaminzimmer des Truman-Hauses die internationale Arbeit der Stiftung vor und würdigte die Verdienste von Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewardnadse um die Deutsche Wiedervereinigung.
Die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen von 1990 gelten als Meisterstück der internationalen Diplomatie. In kürzester Zeit wurde zwischen den deutschen Staaten und den ehemaligen Siegermächten des Zweiten Weltkrieges ein Vertrag ausgehandelt, der den Weg zur Deutschen Einheit ebnete. Eduard Schewardnadse, Außenminister der Sowjetunion (1985-1990) und Staatspräsident Georgiens (1992-2003), und Hans-Dietrich Genscher hatten daran maßgeblichen Anteil. Sie sind bis heute freundschaftlich eng verbunden.

...und vor dem Truman-Haus. Die Verhandlungen vor 20 Jahren stehen auch in einem Kontext zum Truman-Haus, in dem der 33. US-Präsident während der Potsdamer Konferenz residierte: 1990 hatte Schewardnadse Genscher bei einem Zusammentreffen in Namibia gesagt, man müsse sich das Potsdamer Abkommen vornehmen und Punkt für Punkt abhaken – dann sei der Weg für die deutsche Einheit frei.
Genscher erinnerte an die erste Begegnung mit Schewardnadse im August 1985 bei einem Helsinki-Folgetreffen. Nach "elf Jahren Gromyko war ich nicht verwöhnt", so Genscher, und nun habe "man mit den Händen greifen können: Das sind jetzt andere Leute in Moskau."

Abendessen im Schloss Cecilienhof An Eduard Schewardnadses Sohn Paata gerichtet sagte Genscher, ihn verbinde mit Eduard Schewardnadse viel mehr, als das auch unter Politikern der Fall sei, die sich gut verstehen.
Gerhardt erinnerte an ein Zusammentreffen der beiden Politiker in New York, als gerade hunderte DDR-Bürger in der deutschen Botschaft in Prag Zuflucht suchten. Als Genscher Schewardnadses Frage bejahte, ob sich auch Kinder in der Botschaft befänden, habe dieser kurz geantwortet: "Ich helfe Ihnen." Eduard Schewardnadse sei ein Mann, "dem wir viel zu verdanken haben".





