Gastprofessur: "Cátedra Theodor Heuss" in Mexiko

Prof. Bernhard Neumärker Prof. Bernhard Neumärker vom Institut für Allgemeine Wirtschaftsforschung der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist der diesjährige Inhaber der „Theodor-Heuss-Gastprofessur“ und lehrt dieser Tage an zwei Universitäten in Mexiko-Stadt zum Thema „Krise der Staatsverschuldung in Europa: Krise des Euro und der Europäischen Union?“
Das Projekt México lädt zum Spätsommer eines jeden Jahres einen Vertrauensdozenten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit nach Mexiko-Stadt ein, der am Instituto Tecnológico Autónomo de México (ITAM), einer der renommiertesten Privatuniversitäten des Landes, und an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM), der mit 320.000 Studenten größten Universität Lateinamerikas, die "Theodor-Heuss-Gastprofessur" besetzt. Die dreiwöchige Lehrtätigkeit ist auch insofern innovativ und reizvoll, weil sie Studenten einer privaten Eliteuniversität mit denen der großen UNAM in einer akademischen Veranstaltung über drei Wochen hinweg zusammenbringt. Das gibt es im streng segmentierten Mexiko sonst nicht. Generell möchte die Stiftung mit der Cátedra den Dialog deutscher Hochschullehrer mit Mexikos akademischem Nachwuchs unterstützen und europäisches liberales Denken mitsamt seiner historischen Bezüge vermitteln helfen.

Studenten und Professor auf dem Campus Damit nutzt die Stiftung das Potential ihrer Vertrauensdozenten, deren Fachwissen und deren Bereitschaft, sich für die Stiftung weitergehend zu engagieren. Die eingeladenen Vertrauensdozenten zeigen eine große Bereitschaft, ein solches akademisches Abenteuer einzugehen.
Prof. Neumärkers Fachwissen und die Vorlesungen zum hoch aktuellen Thema der Krise des Euro stoßen auf ein geradezu überbordendes Interesse unter Mexikos Hochschullehrern und Studenten. So wurde mit hohem innovativem Engagement in der Vorlesung beispielsweise der gemeinsame Vorschlag erarbeitet, eine neutrale Rating-Agentur auf der institutionellen Basis einer Nichtregierungsorganisation (NGO) zu errichten; und es wurde kritisch hinterfragt, ob sogenannte Hair Cuts nicht das gleiche Moral Hazard-Anpassungsverhalten der Krisenstaaten heraufbeschwören können wie ein Rettungsschirm mit seinen Übertragungszahlungen. Schlusspunkt war die Diskussion eines auf Prof. Neumärkers neuem Ansatz des Konstitutionellen Ordoliberalismus aufbauenden Konzeptes europäischen Schuldenkrisen-Managements.

Im Hörsaal Eine Fortsetzung der geknüpften Kontakte wird von allen Beteiligten angestrebt, ist doch der akademisch-ökonomische Hintergrund des Ordinarius für Wirtschaftswissenschaften ein besonderer: Die Universität Freiburg hat als Heimstätte der ordoliberalen „Freiburger Schule“ einen besonderen Ruf und ist als deutsche akademische Institution ein für die mexikanischen Partner besonders interessanter Kooperationspartner.
Ulrich Wacker
Zur Stiftung in Mexiko





