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Friedrich-Naumann-Stiftung startet neue Initiative für Truman-Platz

Harry S. Truman Zum 120. Geburtstag Harry S. Trumans am 8. Mai 2004 erklärt Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung:
Vom 16. Juli bis 2. August 1945 wohnte Harry S. Truman in dem Haus am Griebnitzsee, in dem heute die Geschäftsstelle der Friedrich-Naumann-Stiftung ihren Sitz hat.
Truman traf dort am 16. und 17. Juli 1945 jeweils mit Churchill und Stalin zusammen, um Vorgespräche zur Potsdamer Konferenz zu führen.
Der 33. Präsident der Vereinigten Staaten war ein bedeutender Präsident. Harry S. Truman entschied sich, das ökonomische Chaos in Deutschland zu verhindern. In seinen Memoiren hielt er fest, er habe den Morgenthau Plan zur Zerstückelung und Deindustrialisierung Deutschlands nie gebilligt. Anfang Juli 1945 erzwang Truman Morgenthaus Rücktritt. Verarmung, Zerstörung und Arbeitslosigkeit wurden bis zum Ende seiner Amtszeit 1953 wirkungsvoll bekämpft. Der Marshall-Plan weckt heute noch die Assoziationen, die an die Eingliederung Westdeutschlands in die freie Welt erinnern. Harry S. Truman legte mit dem "European Recovery Program" aber auch den Grundstein für den Wiederaufbau ganz Europas.
Die Sicherheitsarchitektur, die Truman mit OEEC, Nato und anderen internationalen Institutionen und Organisationen schuf, hatte bis zum Fall der Mauer 1989/90 Bestand. Der Grundgedanke, dass freie Staaten kooperieren müssen, um Frieden und Wohlstand zu sichern, gilt heute mehr denn je.
In die Geschichtsbücher dieser Welt ist Harry S. Truman mit den Atombomben vom Hiroshima (6.8.1945) und Nagasaki (9.8.1945) eingegangen. Keine andere präsidentielle Entscheidung wurde kontroverser diskutiert. Dabei wird oftmals vergessen: Die Alliierten standen damals noch im Krieg mit Japan. Japan hatte zwar den Rückzug im Pazifik begonnen, aber der Krieg im ostasiatisch-pazifischen Raum dauerte mit unverminderter Härte an. Das Ultimatum nach bedin-gungsloser Kapitulation, das die USA, Großbritannien und China am 26.07.1945 stellten, wurde von Japan ignoriert.
Die Historiker beleuchten heute noch diese Entscheidung und sind sich im historischen Urteil nicht einig: Verstand Truman die Reichweite seiner Entscheidung? War sie aus damaliger Sicht notwendig? Der lange Schatten des Kalten Krieges tat sein übriges, um die positiven Seiten der Präsidentschaft Harry S. Trumans in den Hintergrund zu rücken.
Anlässlich seines 120. Geburtstages wird die Friedrich-Naumann-Stiftung wieder die Initiative ergreifen, um den bisher namenslosen Platz vor dem Truman-Haus in Truman-Platz zu benennen. Der Truman-Platz soll Raum in der öffentlichen Wahrnehmung schaffen, der eine differen-zierte Beurteilung der Präsidentschaft Harry S. Trumans erlaubt. Die Stiftung für liberale Politik wird dazu das Gespräch mit allen Stadtratsfraktionen suchen.