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Friedrich Naumann – Leben, Werk, Wirkung

Walter Momper und Dr. Irmgard Schwaetzer
Walter Momper und Dr. Irmgard Schwaetzer
Am 28. September 2004 wurde die im Archiv des Liberalismus konzipierte und realisierte Ausstellung „Friedrich Naumann – Leben, Werk, Wirkung“ in der Wandelhalle des Abgeordnetenhauses von Berlin eröffnet.

Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper begrüßte unter den zahlreich erschienenen Gästen Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung, Hermann Otto Solms, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, den Berliner FDP-Fraktionschef Martin Lindner, Rolf Rave, Architekt des Abgeordnetenhauses und Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Nach einer Einführung in die Ausstellung von Walter Momper sprachen Winfried Sühlo, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Werk-bundes Berlin und Irmgard Schwaetzer, Mitglied des Vorstandes der Friedrich-Naumann-Stiftung und Bundesministerin a.D., über das Leben und Schaffen des Namensgebers der Friedrich-Naumann-Stiftung.

Friedrich Naumann (1860 –1919), Theologe, Publizist und liberaler Politiker, gehörte 1907 beim Zusammenschluss von Künstlern, Handwerkern und Industriellen zum Deutschen Werkbund zu dessen Wegbereitern und Gründungsvätern. Vor allem durch die Gestaltung der programmatischen Schrift „Deutsche Gewerbekunst“ im Jahre 1908 hat Friedrich Naumann den Begriff Qualitätsarbeit in seiner wirtschaftlichen und sozialen Bedeutung für Deutschland neu formuliert und damit das Selbstverständnis des Deutschen Werkbundes und sein internationales Ansehen nachhaltig geprägt. Der Werkbund steht seitdem für eine humane Gestaltung der Umwelt in einem umfassenden Verständnis, vom Design der Gebrauchsgegenstände im Alltag und der Wohnumgebung in Stadt und Land bis zur Sicherung der biologischen Lebensgrundlagen. Mit dem Konzept einer engen Zusammenarbeit zwischen gestaltenden und produzierenden Kräften beeinflusste der Werkbund ganz erheblich und bis heute die Entwicklung industrieller Produktion und ihre Ausrichtung auf den Verbraucher.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung, die im vielseitigen Werk ihres Namensgebers vor allem den großen Erzieher zur Demokratie und Pionier der politischen Bildung in Deutschland ehrt, stellt in dieser Ausstellung auf 30 Tafeln die Lebensstationen Naumanns vor, die nicht zuletzt seinen Mitarbeiter Theodor Heuss und damit die junge Bundesrepublik Deutschland mit geprägt haben.

Die Ausstellung steht in Zusammenhang mit dem Werkbund-Jubiläum 2007 und der Veranstaltungsreihe "Zwischen Kunst und Industrie", in der in einer kritischen Reflexion Impulse des frühen Werkbundes aufgegriffen und in einen gegenwartsbezogenen Zusammenhang gestellt werden: denn der Blick auf die Vergangenheit schärft die Sicht für Gegenwart und Zukunft.

Ausstellungsdauer: 29.9. - 29.10.2004
letzte Änderung: 12.09.2008


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