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Frankfurt: Freiheitspreis 2008 für Mario Vargas Llosa

Publikum in der Paulskirche
Publikum in der Paulskirche
Und auch wenn Vargas Llosa einen Liebesroman wie das 2006 erschienene „Das böse Mädchen“ präsentiere, spiele sich im Hintergrund Geschichte ab und Politik, wie der Verfall seiner Heimat Peru, gefördert unter anderem durch die Verstaatlichung der Banken. In seiner Dankesrede erzählte Vargas Llosa dann auch zwei Geschichten, die von Eduardo und Mirta Añaños und die von Aquilino Flores. Unter dem Titel „Die Freiheit und die Armen“ verdeutlichte der Autor, wie es die Marktwirtschaft ermögliche, der Armut zu entkommen, mehr noch, Wohlstand und Freiheit zu erreichen; durch einen „Kapitalismus des Volkes“, der unter einfachsten Bedingungen entstehe und in Lateinamerika weitgehend unbekannt sei, der Kapitalismus derer, die „keine Paten haben und selbständig arbeiten wollen, anstatt wie Parasiten an den öffentlichen Haushalten zu hängen.“

 

Ein politischer Intellektueller im besten Sinne

 

Grußwort von Frankfurts Oberbürgermeisterin Roth
Grußwort von Frankfurts Oberbürgermeisterin Roth
Mit den beiden Erzählungen gab Vargas Llosa dem liberalen Publikum Argumente an die Hand, die es auch hierzulande benötigt, wenn es wie so oft mit „selbstgerechten Vorurteilen“ konfrontiert wird, nach denen die Freiheit ein Kind der Privilegien sei, das nur den Reichen und Mächtigen zugute komme. Vargas Llosa nannte viele Gründe dafür, dass die Armut von Hunderten Millionen Menschen in der Welt kein unabänderliches Schicksal ist, „sondern ein Übel, das mit Hilfe der Waffen bekämpft und besiegt werden kann“, die in der Devise zusammen gefasst sind: „Arbeit, Privateigentum, Markt und Freiheit.“

 

Wolfgang Gerhardt
Wolfgang Gerhardt
„Die Vertreter eines freiheitlichen Gesellschaftsentwurfes dürfen niemals in die Defensive geraten“, hatte Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung für die Freiheit, in seiner Eröffnung gefordert. Mit Menschen wie Mario Vargas Llosa an ihrer Seite fällt es leichter, diesem Anspruch zu genügen. „Verglichen mit der Vielstimmigkeit politischer Strategien und autokratischer Führungsstile in Süd- und Mittelamerika“, so Gerhardt, „zeigt unser diesjähriger Preisträger eine klare freiheitliche Haltung. Mario Vargas Llosa ist ein politischer Intellektueller im besten Sinne: Er ist phantasievoll und gradlinig, umfassend gebildet und meinungsstark, mutig und offensiv.“


Boris Eichler

Fotos: Tina Merkau

 

 

Rede des Preisträgers (PDF, deutsch)

Rede des Preisträgers (PDF, englisch)

Rede des Preisträgers (PDF, spanisch)

 

Begrüßung von Wolfgang Gerhardt (PDF, deutsch)

Begründung der Jury-Vorsitzenden Karen Horn (PDF, deutsch)

Grußwort der Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt a.M., Petra Roth



Eine Videodokumentation der Preisverleihung finden Sie auf der Folgeseite.

 

Presseecho auf die Preisverleihung

 

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