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Freier Welthandel als Geburtstagsgeschenk

Dr. Wolf-Dieter Zumpfort, Dr. h.c. Rolf Berndt  (von links)
Dr. Wolf-Dieter Zumpfort, Dr. h.c. Rolf Berndt (von links)
„Wirtschaftliche Freiheit und Entwicklung – das ist ein Thema, das der Friedrich-Naumann-Stiftung geradezu auf den Leib geschneidert ist“, meinte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied bei der Begrüßung zu einem Kolloquium in Berlin zum Themenbereich internationaler Handelspolitik.

Auf den Leib geschneidert war dieses Kolloquium auch jenem Mann, dem es gewidmet war: Wolf-Dieter Zumpfort, stellvertretender Vorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung, zu dessen 60. Geburtstag die Veranstaltung stattfand. Zu Recht könne man das Thema, so Berndt, „in ganz besonderem Maße eine Herzensangelegenheit“ des Geehrten bezeichnen.

Unter der sachkundigen Moderation von Karen Horn, Wirtschaftsredakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, diskutierten vier hochkaratige Experten von Rang zu Fragen des Welthandels, die im übrigen alle in seinen verschiedenen Lebensstationen mit dem Geehrten in Sachen Handlsliberalisierung zusammengewirkt hatten.

Dr. Rudolf Adlung
Dr. Rudolf Adlung
Es begann mit Dr. Rudolf Adlung von der WTO der über Die Chance der Doha-Runde referierte. Dabei zeichnete er die Entwicklung der Welthandelsorganisation seit ihrer Entstehung aus dem GATT auf und forderte nachdrücklich einen effizienteren Ordnungsrahmen. Die Doha-Runde zugunsten der Entwicklung der armen Länder dürfe sich nicht weitere Rückschläge leisten, sondern müsse bei der Ministerkonferenz in Hongkong Ende des Jahres zum Erfolg werden.

Dr. Karen Horn, Knut Brünjes (von links)
Dr. Karen Horn, Knut Brünjes (von links)
Knut Brünjes, Bundeswirtschaftsministerium, sprach zum Thema Deutschland - ein Weltdienstleister. Dabei machte er auf die grundlegenden Veränderungen der Weltwirtschaft in den letzten Jahren aufmerksam, die den Dienstleistungs- und Wissenssektor immer mehr Gewicht gegenüber dem klassischen Warenhandel gewinnen ließen. Deshalb sei die Diensthandelsliberalisierung im Interesse Deutschlands, was den neuerlichen Trend zu Protektionismus (Beispiel: Scheitern der EU-Dienstleitungsdirektive) gefährlich mache.

Ähnlich argumentierte auch Prof. Dr. Rolf Langhammer vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel in seinem Referat Ein Gespenst geht um in Europa: Das Gespenst des Grenzen ignorierenden Dienstleistungshandels. Die Institution der WTO müsse gestärkt werden, meinte er. Deutschland dürfe sich auch nicht auf dem Titel „Exportweltmeister“ ausruhen, der auf Schönrechnerei beruhe.

Dr. Claudia Wörmann
Dr. Claudia Wörmann
Dr. Claudia Wörmann, Leiterin der Abteilung Außenwirtschaftspolitik des BDI, erläuterte in ihrem Referat Deutschlands Interesse am freien Handel, welche Nachteile Protektionismus hat. Sicherte man etwa die Automobilindustrie vor ausländischer Produktion, würde ein VW Golf nicht mehr 17.000 €, sondern 32.000 € kosten, womit er unerschwinglich würde, was wiederum zum Zusammenbruch der Industrie führte.

Dr. Wolf-Dieter Zumpfort, Walter Rasch (von links)
Dr. Wolf-Dieter Zumpfort, Walter Rasch (von links)
Im Anschluss an das Kolloquium ging es zum festlichen Teil über. Anlässlich des Geburtstagsempfangs für Wolf-Dieter Zumpfort hielt Walter Rasch, Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung und ehemaliger Wirtschaftssenator Berlins die Laudatio. Er betonte dabei vor allem die Wichtigkeit von Freiheit und Marktwirtschaft für die Entwicklungspolitik. Dabei verwies er auch auf die Studie des Liberalen Instituts Economic Freedom of the World, die klar belegt, dass Wirtschaftsfreiheit Wachstum fördere, aber auch andere soziale Faktoren wie Lebenserwartung oder Alphabetisierungsrate. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, wie sehr Wolf-Dieter Zumpfort als Person in Politik und Berufsleben das Anliegen der Wirtschaftsöffnung verkörpere.
Dieser fügte in seiner Danksagung dazu auch noch zahlreiche Beispiele aus seiner Lebenserfahrung hinzu – etwa bei der Öffnung des Touristikmarktes in China.

Ein interessanter, und zugleich sehr persönlicher und unterhaltsamer Abend zum Thema Freihandel – der damit nicht nur zum „Geschenk“ für Wolf-Dieter Zumpfort wurde, sondern auch für alle Gäste und Teilnehmer.

Dr. Detmar Doering
Liberales Institut

Dr. Rudolf Adlung: Die Chance der Doha-Runde
Dr. Claudia Wörmann: Deutschlands Interesse am freien Handel
Rolf J. Langhammer: Ein Gespenst geht um in Europa
letzte Änderung: 12.09.2008


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