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Förderung der palästinensischen Zivilgesellschaft

Beispiel für Umweltprojekt: Solarbetriebener Früchtetrockner
Beispiel für Umweltprojekt: Solarbetriebener Früchtetrockner
„NUTALEB” – We Demand - Wir Fordern – unter diesem Motto steht ein Projekt in der nordpalästinensischen Stadt Nablus, das von der NGO CCCD (Cultural Center for Child Development) in Zusammenarbeit mit dem German Fund for Palestinian NGOs druchgeführt wird. Jugendlichen wird dadurch in dieser konservativen und vom politischen Konflikt schwer betroffenen Stadt zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben, sich selbst zu artikulieren und ihre Forderungen und Anliegen gegenüber den Erwachsenen und den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung vorzubringen.

Dies ist nur eines der zahlreichen Projekte, welche die Friedrich-Naumann-Stiftung im Rahmen des German Fund for Palestinian NGOs in den palästinensischen Gebieten unterstützt hat. Seit 1998 wird dieses Projekt vom Jerusalemer Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung im Auftrag des BMZ und der GTZ durchgeführt.

In fünf Jahren konnte der German Fund for Palestinian NGOs 54 Projekte in allen Teilen der palästinensischen Gebiete mit einem Gesamtvolumen von ca. 2.5 Millionen EURO unterstützen.


"School-Thinking Center" in einer Mädchenschule in Beit Anan
Die übergeordnete Zielsetzung des Projektes ist die Förderung der palästinensischen Zivilgesellschaft durch die gezielte Unterstützung palästinensischer NGOs, die wichtige Akteure bei der Ausgestaltung partizipativer, freier und demokratischer Strukturen sind. Angesichts der jungen Altersstruktur der palästinensischen Gesellschaft kommt dabei dem Jugendsektor eine führende Rolle zu. Aktivitäten in diesem Bereich tragen zur verbesserten Bildung der Jugendlichen und zur Förderung ihres Selbstwertgefühls und der Eigenverantwortung bei. Projekte im Frauensektor dienen der gesellschaftlichen Stärkung von Frauen, aber auch der Demokratieerziehung und der politischen Bildung von Wählerinnen und potentiellen Kandidatinnen. Geförderte Menschenrechtsorganisationen arbeiten an der Überwachung internationaler Menschenrechtsstandards sowie der Wissensvermittlung über Grundrechte in der palästinensischen Gesellschaft. Im Umweltbereich stehen Projekte im Mittelpunkt, die sich mit der Bewußtseinsbildung über die Bedeutung des Umweltschutzes und der Sensibilisierung ökologischer Probleme beschäftigen.

Workshop über Sexualerziehung und Familienplanung in Gaza-City
Workshop über Sexualerziehung und Familienplanung in Gaza-City
Der German Fund legt in seinem Ansatz Wert auf die Dynamisierung der palästinensischen Gesellschaft durch die Motivierung von Gruppen und Einzelpersonen, die eine aktive und mitentscheidende Rolle in der Auswahl und Durchführung von Aktivitäten haben. Dabei spielt die jeweilige Zielgruppe eine unmittelbare Rolle im Aufbauprozess einer vibranten und modernen palästinensischen Zivilgesellschaft.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung und der German Fund erzielten in den drei letzten Jahren einen großen Bekanntheitsgrad in den palästinensischen Gebieten. Der entscheidende Wendepunkt kam, nachdem sich der Fund in seiner zweiten Implementierungsphase auf mittelgroße bis kleinere sogenannte CBOs (Community Based Organisations), hauptsächlich in ländlichen und marginalisierten Gegenden wie Flüchtlingslagern, konzentrierte. Dadurch konnten auch kleinere, in den Dörfern und Gemeinden festverankerte Organisationen Projektmaßnahmen durchführen, die unmittelbar von der lokalen Bevölkerung selbst entworfen und durchgeführt wurden. Im Hinblick auf die Krisenlage, die eine extreme Mobilitätsbeschränkung im Alltagsleben der Palästinenser bedeutet, waren solche Organisationen und Aktivitäten nicht nur bedarfsgerichtet, sondern hinsichtlich der übergeordneten Zielsetzung und der lokalen Implementierung auch sehr funktional.

Eco-Mapping Workshop in Ramallah
Eco-Mapping Workshop in Ramallah
Gegenwärtig führt die Friedrich-Naumann-Stiftung ein im Rahmen des German Funds konzipiertes Trainingskonzept zum Capacity-Building durch. Dieses Trainingsprojekt wird von einer lokalen Jugendorganisation in drei Monaten implementiert. Ziel dieses Projektes ist es, junge Führungskräfte, die bei den Partnerorganisationen angestellt sind, in vier Modulen zu trainieren. Dieses Training führt darüber hinaus zu einer Vernetzung unter den Partnern des Funds. Ergebnisse des Trainings sind nicht lediglich bessere Methoden der Projektdurchführung und des NGO-Managements, sondern auch erhöhte Sensibilität unter diesen Partnern zur Frage über gemeinsame Strategien. Daraus sollen sich in Zukunft „Joint Projects“ unter den Partnern des German Funds entwickeln. Diese Maßnahme bedeutet, einen neuen, auf das Prinzip der Nachhaltigkeit gerichteten Ansatz in der palästinensischen NGO-Szene in Bewegung zu bringen.

Planungsworkshop der FNSt mit der GTZ in Jerusalem
Planungsworkshop der FNSt mit der GTZ in Jerusalem
Zur Zeit beschäftigt sich das Team des German Funds mit der Konzeption der dritten Förderphase, die voraussichtlich zwei Jahre lang dauern wird. Ein Ziel von Modifikationen im Projektansatz ist eine verstärkte Kooperation mit anderen Akteuren der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Darüber hinaus, so Projektleiter Dr. René Klaff, solle die Akzeptanz liberaler Lösungen für die vielfältige Problemkonstellation der palästinensischen Gesellschaft, basierend Eigenverantwortung und Freiheitlichkeit, weiter gestärkt werden.

Ureib Amad
unter Mitarbeit von Andreas Deschler und Dr. René Klaff
letzte Änderung: 12.09.2008


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