Fazaldad Human Rights Institute schult Journalisten

Naeem Sarfraz, Chef des Instituts, eröffnet die Veranstaltung Das Fazaldat Human Rights Institute (FHRI) arbeitet seit sechs Jahren als Partner der Friedrich-Naumann-Stiftung in Pakistan. Im Unterschied zu reinen Menschenrechtsorganisationen versteht es sich als Trainingseinrichtung im Bereich der Menschenrechte für Lehrer, Direktoren, Polizisten, Juristen und Mitarbeiter in staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen. Über 23000 Teilnehmer wurden seit 2000 in verschiedenen Seminartypen mit Fragen der Menschenrechtsgesetze in Pakistan und in der Welt geschult.
Eine wichtige Berufsgruppe war bisher ausgespart – Journalisten und Medienarbeiter. Aber bereits 2000 und 2001 gab es einige Veranstaltungen mit dieser Zielgruppe. Auf Initiative des Institutsvorsitzenden Naeem Sarfraz wurde diese Strategie nun wieder aktiviert. So fand kürzlich in der Metropole Karachi ein eintägiger Workshop mit über 40 Journalisten und Medienarbeitern statt. Diese konnte sich in zwei Sessions mit namhaften Menschenrechtlern aus den Bereichen Politik, Justiz und Wirtschaft austauschen. Das führte zu einem regen Schlagtausch, da Journalisten natürlich auch die Gunst der Stunde nutzten, um insbesondere Politiker und Justizangehörige zu Menschenrechtsproblemen zu befragen.

Reges Medieninteresse bei dieser Veranstaltung für Medienvertreter Dabei waren die Meinungen nicht immer einhellig. Obwohl Konsenz darüber bestand, dass sich in den letzten 20 Jahren einiges in Pakistan gebessert hat, war die Einschätzung darüber, was noch alles zu tun sein, uneins.
Natürlich blieb es in der Islamischen Republik Pakistan nicht aus, dass auch das Thema Religion und Menschenrechte angeschnitten wurde. Obwohl ein säkularer Staat nicht zur Debatte stand, wurden Sharia- und Blasphemiegesetze ziemlich einhellig verurteilt oder zumindest infrage gestellt. Der wirkliche Islam, der leider oft missinterpretiert, missverstanden und mitunter auch bewußt mißbraucht würde, sei im Bereich der Menschenrechte durchaus kombatibel mit den universellen UN-Menschenrechten.
Pakistanische Polit- und Medienprominenz bei diesem WorkshopDas FHRI hofft mit dieser Veranstaltung, der vier weitere in anderen Provinzhauptstädten folgen werden, Journalisten, Kolumnisten, TV-Moderatoren und Herausgeber zu sensibiliseren und die Medien, insbesondere die nichtenglischsprachigen für den Bereich der universellen Menschenrechte mehr aufzuschließen. Damit leistet das FHRI einen hoch einzuschätzenden Beitrag zur Menschenrechtsdebatte in Pakistan.
Peter-Andreas Bochmann
Projektleiter Pakistan





