Estland als Vorbild
Charles B. Blankart , Sascha Tamm und Kalev Kukk (von links) Kalev Kukk aus Estland und Charles B. Blankart von der Humboldt-Universität diskutierten über die Vorzüge des estnischen Steuersystems und den Steuerwettbewerb in der EU.
Ausgangspunkt der Veranstaltung „Welche Steuern braucht das Land?“, die das Büro Berlin-Brandenburg der Friedrich-Naumann-Stiftung in der Europäischen Akademie Berlin organisierte, war die öffentliche Diskussion über so genanntes „Steuerdumping“ durch die neuen Mitgliedsstaaten der EU. Ihnen wird von einigen Politikern vorgeworfen, dass sie durch ihre niedrigen Steuern Investitionen aus anderen Ländern weglocken um sich dann von der EU hoch subventionieren zu lassen.
Kalev Kukk, ehemaliger estnischer Minister, entkräftete diese Vorwürfe mit reichem Faktenmaterial und erläuterte gleichzeitig, wo die Erfolgsgeheimnisse des estnischen Steuersystems liegen. Es kennt nur zwei Steuersätze und kaum Ausnahmen. Unternehmensgewinne werden nur dann besteuert, wenn sie nicht reinvestiert werden.
Professor Charles Blankart von der Humboldt-Universität erläuterte die ökonomischen Grundlagen von Steuersystem und öffentlichen Finanzen. Er sprach sich nachdrücklich für Steuerwettbewerb aus. Nur so könne erreicht werden, dass für Bürger und die Unternehmen sichtbar wird, welche Leistungen der Staat zu welchem Preis erbringt.
Beide Referenten waren sich in der Diskussion einig, dass Einfachheit und Transparenz des Steuersystems ein wichtigerer Erfolgsfaktor sind als die Höhe der Steuersätze. Gerade in dieser Hinsicht kann Deutschland viel von Estland lernen.





