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E-Learning - Neue Chancen zur beruflichen Qualifizierung

Was kann E-Learning und was kann es nicht? Eine Antwort auf diese Frage suchten Referenten und Teilnehmer der Veranstaltung des Büros Berlin-Brandenburg zum Thema "E-Learning - Neue Chancen zur beruflichen Qualifizierung" in Berlin-Mitte, unterstützt von der IBM Deutschland GmbH.

Carl-Philipp Burkert
Carl-Philipp Burkert
Für viele Menschen ist E-Learning noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Angesichts des wachsenden Angebots an Qualifizierungsmaßnahmen im Internet war das Interesse an der Veranstaltung groß. Gut 80 Teilnehmer erhielten durch die Beiträge der Referenten und durch die Gesprächsrunde unter der Moderation des Online-Journalisten Uwe Evers eine Fülle neuer Informationen und Anstöße, sich stärker mit E-Learning zu beschäftigen und seine Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung zu nutzen. Der Leiter der Virtuellen Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung, Carl-Philipp Burkert, verwies auf die steigenden Nutzerzahlen der politischen Bildungsangebote im Internet. Seit langem setze die Friedrich-Naumann-Stiftung E-Learning für ihre politische Bildungsarbeit ein. Er kündigte einen weiteren, detailreicheren Ausbau der bisherigen E-Learning-Angebote für die Inlands- und Auslandsarbeit der Stiftung an. Unmittelbar im Anschluss an die laufende Veranstaltung werde die Virtuelle Akademie das Thema in einem "virtuellen Seminar" über drei Wochen hinweg weiter aufbereiten.

Dr. Harald Bender
Dr. Harald Bender
Dr. Harald Bender vom Steinbeis-Transfer-Institut in Berlin erläuterte die Methodik und Didaktik des Blended-Learning, zu dem sich E-Learning entwickele, sowie den "state-of-art" bei entsprechenden Angeboten zur Qualifizierung und Fortbildung im Arbeitsleben (die Präsentation finden Sie hier ). Beim Blended Learning komme eine Kombination von Präsenzveranstaltungen und Online-Angeboten zum Einsatz. Lernen und Arbeiten könnten so zu einer Einheit werden, meinte der Experte, denn ergänzend zum Lernen im Internet komme das Lernen von Kollegen oder in Teams. Dabei werde deutlich, wie wichtig es sei, sich von Anfang an daran zu gewöhnen, vernetzt zu lernen und zu arbeiten. Die Technik biete mittlerweile einen ganzen Werkzeugkasten voll von Möglichkeiten, sich online aus- und fortzubilden sowie theoretisch und praktisch sein Wissen zu erproben. Dr. Bender verwies auf eine stetig wachsende Zahl von Unternehmen in Deutschland, die auf E-Learning als Instrument der Mitarbeiterschulung nicht mehr verzichten wollten.

Für Marion Hebding, die bei der Deutschen Bahn AG die Abteilung Trainingsentwicklung leitet, sind elektronische Komponenten und das Internet aus den Aus- und Fortbildungsmaßnahmen nicht mehr wegzudenken. Wer heute ICE-Zugführer werden wolle, müsse sich permanent weiterbilden und dabei selbstverständlich E-Learning-Angebote der Deutsche Bahn Training nutzen - auch zu Hause. Schulungsangebote dieser Art nutzten bei der Deutschen Bahn AG aber mittlerweile Mitarbeiter aller Ebenen.

Für den FDP-Bundestagsabgeordneten Patrick Meinhardt MdB hat die deutsche Wirtschaft im Bereich E-Learning allerdings noch nicht den Anschluss an den internationalen Standard gefunden. Auch neuere Pisa-Studien und andere Untersuchungen hätten gezeigt, wie wichtig es sei, gerade im Aus- und Weiterbildungsumfeld neue Instrumente zu entwickeln und anzubieten. Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion berichtete vom wenig positiven Ergebnis einer Anfrage an die Bundesregierung zu diesem Thema. Seine Fraktion werde sich deswegen in Kürze mit eigenen konkreten Verbesserungsvorschlägen an die zuständigen Ministerien wenden.

Heggemann, Prof. Dr. Plaschke, <br />
Meinhardt, Evers, Hebding, <br />
Netzow(v.l.) Heggemann, Prof. Dr. Plaschke,
Meinhardt, Evers, Hebding,
Netzow(v.l.) Einen anderen Weg gehen die IBM Deutschland GmbH und das Land Brandenburg. Gemeinsam haben sie im Rahmen der weltweiten IBM-Initiative "Reinventing education" eine Internet-Plattform mit E-Learning-Angeboten für Lehrer auf den Weg gebracht - als Pilotprojekt auch für andere Bundesländer. Der zuständige Chefberater bei IBM, Jaan Netzow, schilderte die ersten positiven Erfahrungen mit dem Online-Angebot zur "Qualifizierung der Qualifizierer". Es biete einen virtuellen Arbeitsplatz für Pädagogen, die lernen, sich untereinander zu vernetzen und auszutauschen. Das Projekt solle weiter ausgebaut werden und demnächst auch einen Programmteil für Schüler bieten, damit E-Learning schon in der Schule zu einem ganz normalen Teil des Lernalltages werden könne.

Reinhard Heggemann, Chef des Unternehmens elearningkontor in Hamburg, berichtete von seinen Erfahrungen. Er habe dank E-Learning und der Weiterbildungsangebote der privaten Steinbeis-Hochschule Berlin einen Abschluss als Certified E-Learning Manager gemacht und sich eine eigene berufliche Karriere als E-Learning-Berater und -Trainer aufbauen können. Er berate heute Bildungseinrichtungen, aber auch Unternehmen beim Einsatz von E-Learning. Dabei helfe ihm besonders das vernetzte Arbeiten mit Partnern in ganz Deutschland.

Dass Reinhard Heggemann nicht der einzige erfolgreiche Absolvent seiner Hochschule ist, wusste Professor Dr. Jürgen Plaschke zu bestätigen. Er leitet das Institut E-Business & Management der Steinbeis-Hochschule Berlin, das u. a. mit den Unternehmen Siemens und Bosch Siemens Hausgeräte zusammenarbeitet. Mitarbeiter absolvieren an der Hochschule berufsbegleitend eine Ausbildung zum Bachelor of Business Administration. Möglich mache dies der Einsatz von Blended-Learning-Konzepten, die seit 1999 an der Steinbeis-Hochschule entwickelt wurden. Ein betriebwirtschaftliches Bachelorstudium für IT-Spezialisten (BBA IT-Management) sei in Vorbereitung.

Insgesamt wurde deutlich, dass Blended Learning- und E-Learning-Konzepte bei beruflicher Aus- und Weiterbildung helfen können. Wer sich beteiligt, kann seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder am eigenen Arbeitsplatz verbessern. Einig waren sich alle Experten aber auch darin, dass E-Learning bisherige Elemente von Qualifizierungsmaßnahmen nicht ersetzen, aber ergänzen könne.


"Aktiv-Pause"
Um das Thema nicht nur theoretisch zu beleuchten, stellten während einer "Aktiv-Pause" mehrere Institutionen und Unternehmen ihre E-Learning-Angebote an Info-Tischen vor. Mit dabei waren der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien mit dem Kompetenzzentrum IT-Bildungswerke (BITKOM/KIBNET), die Deutsche Bahn Training, der elearningkontor Hamburg, die Steinbeis-Hochschule Berlin, die Virtuelle Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung und der Universum-Verlag. Die praktischen Vorführungen und Einzelgespräche mit den Experten eröffneten den sehr interessierten Teilnehmern einen guten Überblick und Verständnis für die Nutzungsmöglichkeiten von E-Learning.

Die Veranstaltung wurde mit öffentlichen Mitteln gefördert und fand im Rahmen der Bildungsinitiative pro Kopf der Friedrich-Naumann-Stiftung statt.

Uwe Evers, Online-Journalist
Monica Wolsky, Büro Berlin-Brandenburg

An dem Online-Seminar zur Veranstaltung können Sie kostenlos teilnehmen.

Virtuelle Akademie der Friedrich-Naumann-Stiftung
letzte Änderung: 12.09.2008


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