Bildungspolitische Fragen im Mittelpunkt
Konferenz der Vertrauensdozenten und Auswahlausschussmitglieder in Dresden

Dr. Christian Taaks, Leiter der Begabtenförderung Die diesjährige Konferenz der Vertrauensdozenten und Auswahlausschussmitglieder der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit widmete sich zwei hochschulpolitischen Fragen: Welchen politischen Handlungsbedarf gibt es bei der Förderung Hochbegabter? Und: Ist das Promotionsrecht für Fachhochschulen resp. die Möglichkeit zur Promotion für Fachhochschulstudierende zu begrüßen?

Dr. Christian Taaks, Sylvia Canel, Dr. Gerhard Söltenfuß Sylvia Canel MdB berichtete aus dem Beirat Hochbegabung, der zu einer festen Stütze der Arbeit der FDP-Bundestagsfraktion geworden ist. In der von Professor Harm Klueting geleiteten Arbeitsgruppe unterfütterte David Bordiehn, Stipendiat der Stiftung, mit wissenschaftlichen Argumenten den politischen Handlungsbedarf: Viel zu oft landen Hochbegabte aufgrund mangelnder Förderung und fehlendem Verständnis an Hauptschulen. Eine Diagnosefähigkeit bei Erziehern und Lehrern müsste ebenso auf die Agenda wie flexiblere Angebote resp. Förderung und Vorschläge für den Abbau der so speziellen Sozialisierungsproblemen Hochbegabter.
Der zweite Schwerpunkt ergab sich auch aus der täglichen Arbeit der Begabtenförderung. Derzeit widmet sie sich mit einem Projekt und in Person von Anke Ziemer erfolgreich der Förderung von Fachhochschulstudierenden: Die Zahl geförderter Fachhochschulstudenten nahm stetig zu. Aber weder die Rolle der Fachhochschulen im bundesdeutschen Hochschulsystem und in der Folge auch nicht die Frage ihres Promotionsrechts, d.h. ebensowenig die Aussichten der Absolventen, sind dabei klar definiert.

Teilnehmer bei der Stadtführung in Dresden Gerade dieser Umstand wurde in der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Professor Michael Hartmann, SRH Hochschule Berlin, diskutiert. Die Fachhochschulen sind anwendungsbezogene Bildungsinstitutionen und gerade deshalb ein so wichtiger, essentieller Pfeiler der hiesigen Hochschullandschaft. Sie definieren sich geradezu durch ihre Praxisnähe, d.h. auch durch ihre Distanz zur rein wissenschaftlich-theoretischen Arbeit. Mit der Promotion geht es aber genau darum: den Nachweis wissenschaftlicher Befähigung - Anforderung ist es, wissenschaftliche Grundlagen und Methoden zu beherrschen und weiterentwickeln zu können. Praxisnähe aber, darauf verwies die Arbeitsgruppe, soll nicht das Gegenargument gegen Promotionen von Fachhochschulabsolventen sein. Denn Dissertationen sollen einen Neuheitswert und darin Anwendungsbezug haben. So war Konsens, geeigneten Absolventen von Fachhochschulen verlässliche Perspektiven zur Aufnahme einer Promotion zu eröffnen - sei es über verbindliche kooperative Promotionsprogramme oder über eine Öffnung der Universitäten selbst auch für Fachhochschulabsolventen.

Dr. Irmgard Schwaetzer, Vorsitzende des Auswahlausschusses Für die Verständigung über Ziele und Richtung der Förderung Studierender und Promovierender, der sich Vertrauensdozenten und Auswahlausschussmitglieder gleichermaßen verschrieben haben, war die Tagung wichtiger Grundstein: Einbindung und Vernetzung von Stipendiaten, Altstipendiaten, Auswahlausschussmitgliedern und Vertrauensdozenten blieb dabei nicht nur Thema einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von Dr. Christian Taaks - sie widmete sich nach einem Input durch Dr. Gerhard Söltenfuß interdisziplinärer und auch hochschulübergreifender Projektplanung - sondern begrüßenswerter Nebeneffekt eines spannenden Wochenendes.
Der Auswahlausschuss übernimmt als unabhängiges Gremium auf der halbjährlich stattfindenden Auswahltagung die Entscheidung über neu aufzunehmende Stipendiaten.
Die Vertrauensdozenten sind akademische Mitarbeiter, die ehrenamtlich den Stipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zur Seite stehen: beratend und unterstützend, nicht nur in akademischen Fragen: Sie übernehmen auch eine Schlüsselstellung in der ideellen Förderung.
Fotos 1, 3 und 4: Jürgen Osterberg





