Dr. Gerhardt im Senegal: Ein verstärktes Engagement

Dr. Wolfgang Gerhardt im Senegal Im März 2006 hatte der Vorstand der Stiftung entschieden, das Friedrich-Naumann-Stiftung Büro Westafrika von Ghana in den Senegal zu verlegen. Damit wurde die enge Zusammenarbeit der Stiftung mit der senegalesischen Regierungspartei Parti Démocratique Sénégalais (PDS) unterstrichen, die Mitglied der Liberalen Internationale ist.
Zu Beginn seiner Reise informierte sich Dr. Gerhardt im Büro Dakar der Stiftung über die Arbeit im Senegal, über die Partner, besonders aber über die politische Lage in der Vorwahlzeit. Diese stand auch im Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Vizepräsidenten des senegalesischen Parlaments, Iba Der Thiam (PDS). Thiam begrüßte ausdrücklich die Entscheidung der Stiftung, mit der Verlegung des Westafrikabüros nach Dakar die besondere Rolle Senegals für die Region zu unterstreichen. Er wies auf die langjährige Zusammenarbeit mit der Friedrich-Naumann-Stiftung hin, die in ganz besonderem Maße der politischen und fachlichen Qualifizierung junger Abgeordneter gedient habe. Thiam vergaß nicht, die Besuchsprogramme in Deutschland im Rahmen des Internationalen Politischen Dialogs (IPD) der Stiftung hervorzuheben.

Senegal - Basis der Stiftung in Westafrika Einen auch von unterschiedlichen politischen und persönlichen Auffassungen geprägten Eindruck über die nicht unkritische Lage im Senegal vor den Wahlen im Februar 2007 konnten Journalisten dem Vorstandsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung bei einem ausgedehnten Arbeitsessen vermitteln. Obwohl Präsident Wade zu diesem Zeitpunkt die Wahldokumente noch nicht unterzeichnet hatte, zweifelten die Medienvertreter kaum am Zustandekommen der Wahl. Die Stärke der PDS sahen die Journalisten eher in der Schwäche der politischen Gegner als in einem eindruckvollen Programm der PDS. Kritisch wurde eine Stagnation, wenn nicht Rezession im Entwicklungsprozess Senegals konstatiert. Für 2006 erwartete der Vertreter von Journal Economique eine leicht rückläufige Steigerungsrate der Wirtschaft. Ein Grund dafür liege auch im fragilen Zustand des Rechtsstaats. Kritisch angemerkt wurden Belastungen der Pressefreiheit hin bis zu Sanktionen gegen Journalisten. Dr. Gerhardt sagte den Medienvertretern zu, dass die Stiftung sich im Senegal wieder verstärkt um die politisch-inhaltliche Qualifizierung von Journalisten bemühen werde.
Zumindest aus der Sicht der senegalesischen Partner und Freunde der Friedrich-Naumann-Stiftung, wohl aber auch objektiv ein oder der Höhepunkt des Besuchs des Vorstandvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung, Dr. Gerhardt, war dessen Vortrag zum Thema „The State of the World Economy at the Beginning of the 21st Century“ vor Professoren, Studenten und Mitarbeitern der Privatuniversität Institut Supérieur de Management (ISM) sowie Vertretern aus Wirtschaft und Medien in der voll gefüllten Aula der Universität. Der freie, enge Grenzen überschreitende Vortrag des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, der sich hier aber auch als ehemaliger Minister, als Parlamentarier und als Experte für Außenpolitik zeigte, löste eine breite Diskussion mit vielfältiger Beteiligung der Zuhörerinnen und Zuhörer aus. Die Rede hallt weiter nach!Am Abschlussempfang des Besuchsprogramms von Dr. Gerhardt nahmen die deutsche Botschafterin, zahlreiche Vertreter deutscher Organisationen im Senegal, so der Stiftungen und der GTZ, sowie viele Partner teil. Dr. Gerhardt nutzte die Gelegenheit, den nach Potsdam zurückkehrenden Leiters des Büros West Afrika, Ernst Specht, für seine schwierige, mit dem richtigen Fingerspitzengefühl geleistete Arbeit zu danken. Ebenso dankte er der Regionalbüroleiterin Afrika, Eva-Maria Köhler-Renfordt, für ihr Engagement in Westafrika. Den Partnern dankte er für ihre Kooperationsbereitschaft und sagte ihnen die weitere Bereitschaft der Stiftung zur Zusammenarbeit zu.
Arno Keller
Leiter Westafrika
Dakar, Senegal
Veranstaltungstipp: VII. Gummersbacher Sicherheitsgespräche: Afrika





