Die Stiftung gemeinsam mit dem Polnischen Generalkonsulat zu Gast beim FC St. Pauli zum Thema EM 2012
Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine – mehr als ein Fußballturnier?
Michael Meekse, kaufm. Geschäftsführer FC St. Pauli Es ist nicht das erste Mal, dass zwei Länder gemeinsam eine Fußball-Europameisterschaft durchführen. Doch mit Polen und der Ukraine für die EM 2012 werden es Nachbarn sein, die recht unterschiedlich sind. Aus Anlass der EM 2012 wurden die beiden Länder und ihre Beziehung zueinander vorgestellt. Zu dieser Veranstaltung hatten die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Generalkonsulat Polens in die Lounge des Traditionsvereins FC St. Pauli eingeladen.
Warum gerade Polen mit der Ukraine und die Ukraine mit Polen?
Generalkonsul der Republik Polen in Hamburg Andrzej Osiak „Polen und die Ukraine zusammen als Ausrichter für die EM, das hatte was.“ So fasste Piotr Buras, Korrespondent der Gazeta Wyborcza, die Intention Polens zusammen. Polen sah und sieht dieses Projekt als Teil seiner Bemühungen seine östlichen Nachbarn, die ja die östlichen Nachbarn der EU sind, näher an Mittel- und Westeuropa zu bringen. Das gilt ganz besonders für die Ukraine. Polen begreift es grundsätzlich als seine Aufgabe, als Mitglied der EU diese Brückenfunktion auszuüben.

Die Austragungsorte der EM 2012 Die Ukraine, so Juri Durkot, freier Journalist aus Lemberg, hatte gar nicht damit gerechnet, den Zuschlag zu erhalten. Umso größer waren dann Überraschung und auch die Freude, als die Entscheidung für Polen-Ukraine gefallen war. Mittlerweile, nach Pannen und einem sehr verzögerten Beginn der Bauarbeiten, gerade in der Ukraine, ist bei beiden Partnern eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Davon abgesehen haben der Wechsel im Präsidentenamt der Ukraine und damit der politische Richtungswechsel hin zu einer Neuorientierung an Russland auch die Beziehungen der beiden Staaten zueinander verändert.
Welchen Stellenwert hat Fußball?
Piotr Buras Polen und die Ukraine sind keine klassischen Fußballländer wie etwa Deutschland oder England. In beiden Staaten ruft dieser Sport keine Massenbegeisterung hervor, die die Menschen in die Stadien treibt. In Polen sind sie halbleer, und es gehen recht viele gewaltbereite Fans in die Stadien und schrecken damit andere ab. Verbände und Vereine hofierten diese Fans, weil sie die seien, die Stadien besuchten, so Buras. In der Ukraine besitzt jeder Oligarch, der etwas auf sich hält, einen Fußballclub und das sichere zumindest die Finanzierung von Clubs, so Durkot. Doch auch in der Ukraine sind die Stadien nicht voll, im Gegenteil. In der ersten Liga besuchen durchschnittlich 10.000 Zuschauer ein Spiel. Die Menschen in der Ukraine sehen sich Fußballspiele wie auch andere Sportereignisse eher vor dem Fernseher an. Vielleicht kann die EM dazu beitragen, diesen Zustand zu verändern.
„Gibt es genug Hotelzimmer?“
Juri Durkot und Petra Beckmann-Schulz Natürlich ging es auch um praktische Fragen. Hotelzimmer wird es in Polen in den Austragungsorten Warschau, Posen, Breslau und Danzig ausreichend geben. In der Ukraine sind die Austragungsorte Kiew, Lemberg, Charkiw und Donezk. In Donezk dürfte es vielleicht schwierig werden, in Kiew gibt es ausreichend Hotels und in Lemberg gibt es bereits etliche mittelgroße Hotels, deren Zahl vermutlich noch steigen wird. Auch ansonsten gehen die Vorbereitungen voran, man ist in der Ukraine aber mit dem Bau einiger Stadien im Verzug. Flughäfen bereiten sich jedoch auf große Maschinen und den Ansturm von Besuchern vor. Neue Landebahnen und Terminals sind im Entstehen.
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