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Die Linke wurde seziert

Markus Löning MdB
Markus Löning MdB
Dinge, von denen man geglaubt hat, dass sie sich längst auf der Sondermülldeponie der Geschichte befänden, sind wieder auf der politischen Agenda gelandet. Markus Löning (MdB) stellte die neueste Publikation des Autorenduos Dirk Maxeiner und Michael Miersch vor. Thema: Die Linke in unserem Lande…


Michael Miersch, Dirk Maxeiner (von links)
Michael Miersch, Dirk Maxeiner (von links)
Seit einiger Zeit feiert der sozialistische Retro-Kult wieder fröhliche Urständ in Deutschland. Man gibt sich fortschrittlich, fordert aber Altbackenes, Reaktionäres und Überholtes. Darf man da wirklich noch von „links“ sprechen? Das Phänomen verdient es, dass man ihm auf den Grund geht.

„Ist die Linke noch links?“ heißt die Frage, die den Titel der neuesten Broschüre des Liberalen Instituts der Friedrich-Naumann-Stiftung ziert. Verfasst hat sie das erfolgreiche Autorenteam und Öko-Kritikerduo Dirk Maxeiner und Michael Miersch. Die beiden Kolumnisten der „Welt“ waren bei der Vorstellung in Potsdam anwesend und stellten sich danach einer lebhaften Diskussion zu ihren Thesen.

Dr. Detmar Doering (Liberales Institut), Michael Miersch, Dirk Maxeiner (v.l.)
Dr. Detmar Doering (Liberales Institut), Michael Miersch, Dirk Maxeiner (v.l.)
Markus Löning, MdB und Berliner FDP-Landesvorsitzender, stellte die Broschüre vor. Er habe, so erzählte er, einen ähnlichen politischen Weg hinter sich wie die beiden Autoren. Aus Idealismus sei er in den frühen 80er Jahren zu den Grün-Alternativen gegangen. Dort habe er sich von verbeamteten und ökonomisch wohl abgesicherten Lehrern sagen permanent haben lassen müssen, dass er als ein um die wirtschaftliche Existenz ringender freiberuflicher Unternehmer ein Ausbeuter sei. Dies habe ihn zu den Liberalen gebracht.

Damit war die Frage aufgeworfen: Ist die wohlsaturierte Linke nicht der Ausdruck jener Klassengesellschaft, die sie zu bekämpfen vorgibt? Maxeiner/Miersch erinnerten in diesem Zusammenhang daran, dass positive linke Werte zu Recht einen positiven Platz in der öffentlichen Meinung einnähmen. Das Elend der Welt sei eine zu lösende Aufgabe, und dies werde von niemandem mehr bezweifelt. Indes sei bei der Wahl der Mittel dabei die Linke heute eher das Problem denn die Lösung. Der sowjetische Typ des Sozialismus sei gescheitert, der „weiche“ Sozialismus des Wohlfahrtsstaats sei gerade dabei dies zu tun. Bei seiner Verteidigung greife die Linke auf protektionistische Reflexe zurück, die auf die Ausgrenzung der armen Länder hinausliefe – und damit Armut perpetuiere. Selbst vor ausländerfeindlichen Parolen schrecke man nicht zurück („Fremdarbeiter“). Programme linker Antiglobalisierungsorganisationen könne man streckenweise nicht mehr von denen der NPD unterscheiden. Neue Technologie, deren treibende Kraft die Linke einmal gewesen sei, wären mittlerweile tabu. Die einst „Fortschrittlichen“ seien fortschrittsfeindlich geworden.

Die neue herrschende Klasse? Ja, meinten Maxeiner, und zwar im Sinne von Gramcis Theorie der geistigen Hegemonie. Die Linke habe den staatlich alimentierten Kultur- und Mediensektor besetzt. Aus ökonomischem Eigeninteresse halte sie an dieser Privilegierung durch Meinungsvorherrschaft fest. Dem könne nur mit einer Stärkung von Gegenmeinung begegnet werden, so das Fazit.
Und genau diesem Zweck diene die Veröffentlichung von „Ist die Linke noch links?“

Dr. Detmar Doering
Leiter Liberales Institut

Sie können diese kleine Streitschrift hier bestellen
letzte Änderung: 12.09.2008


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