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Deutschland in den Augen eines Südafrikaners

Vierzehn Alumni des Young Leaders Programme (DA YLP) der südafrikanischen Stiftungspartnerpartei Democratic Alliance (DA) bereisten von Ende November bis Anfang Dezember Deutschland. Die neuntägige Studienreise war von der Helene Zille, Parteivorsitzenden der DA und Premierministerin des Westkaps, und Außenminister Guido Westerwelle angeregt worden. Sie wurde vom Auswärtigen Amt finanziert und von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit organisiert.

Die Reise umfasste dutzende von Meetings, Seminaren und kulturellen Veranstaltungen, und die DA Young Leaders kamen mit verschiedenen Abgeordneten der FDP und anderer politischer Parteien auf allen drei Regierungsebenen in Kontakt, außerdem mit Vertretern der FDP-Jugendorganisation, den Jungen Liberalen (JuLis). Für die Young Leaders war die Studienreise eine äußerst lehrreiche Erfahrung.

Von außen betrachtet ein nahezu perfektes Land

Das DA YLP ist ein Programm für junge Südafrikaner, zwischen 18 und 35 Jahren, die in der südafrikanischen Politik etwas bewegen wollen, und die an die Vision und Politikansätze der DA glauben. Das einjährige Programm bietet ihnen die Chance, die Fähigkeiten, das Wissen und das Selbstvertrauen zu erlangen, um zu künftigen Führungskräfte der DA und Südafrikas zu werden.

Ashor Sarupen, einer der Teilnehmer der Studienreise in diesem Herbst, schreibt in seinem Erfahrungsbericht „Deutschland – das Land in dem die besten Ideen siegen“:


Die Gruppe des Young Leaders Programme zu Gast bei Joachim Stamp, Generalsekretär der NRW-Liberalen
Die Gruppe des Young Leaders Programme zu Gast bei Joachim Stamp, Generalsekretär der NRW-Liberalen
Von außen betrachtet erscheint Deutschland ein nahezu perfektes Land zu sein: eine niedrige Arbeitslosenrate, hohe Bildungsraten, eine gut ausgebaute und gut erhaltende Infrastruktur und eine solide Wachstumsrate, trotz der Weltwirtschaftskrise. Politisch gibt es einen regelmäßigen Machttransfer zwischen den Parteien, und Wahlen werden nicht durch eine einzige Partei dominiert. Dies steht im starken Widerspruch zu Südafrika, mit unserer schleppenden Wirtschaft, niedrigen Ausbildungsraten, hoher Arbeitslosigkeit und der Einparteiendominanz unseres politischen Systems.

Die Aussage „Nie wieder“ wirklich begriffen

Deutschlands politisches System ist natürlich stark von seiner schmerzhaften Geschichte beeinflusst: zwei Weltkriege, die Tyrannei des Nazi-Regimes, die Zweiteilung Deutschlands, die Enklave Westberlin und die Blockade durch die Sowjetunion, die Tyrannei des Kommunismus in Ostdeutschland. Diese Erfahrungen haben die deutsche Politik geformt, hatten Einfluss darauf, wie Deutschland regiert wird, und wie die Verfassung die Machtteilung vorschreibt.

Wir haben die Überreste der Gräueltaten des Nazi- und des kommunistischen Regimes im Konzentrationslager Buchenwald und dem Stasi-Gefängnisgebäude in Dresden gesehen. Der Besuch in Buchenwald hinterlässt in einem eine Ahnung zu welch furchtbaren Verbrechen der Mensch fähig ist und lässt einen die Bedeutung der Aussage „Nie wieder“ erst wirklich begreifen. Das Stasi-Gefängnis mit seinen Kellerzellen, ohne Sonnlicht, in denen Gefangene knietief in Wasser stehend in Einzelhaft inhaftiert waren, vereindrücklicht, wie das kommunistische Regime diejenigen Bürger unterdrückt hat, die sich ihm entgegen stellten.
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letzte Änderung: 20.12.2010


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