"Deutscher Wertemonitor 2010" veröffentlicht
Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit hat den "Deutschen Wertemonitor 2010" vorgelegt. Eine Erkenntnis: Die Bürger sind mit der parlamentarischen Demokratie – sowohl mit der Idee als solcher als auch mit ihrer Umsetzung in der politischen Praxis – im Großen und Ganzen zufrieden. Vor dem Hintergrund der Debatte um "Stuttgart 21" durchaus eine Überraschung.Mit dem alltäglichen Erleben der Demokratie generell sind 10 Prozent der Befragten „sehr zufrieden“, 56 Prozent sind „überwiegend zufrieden“, lediglich 27 Prozent sind „überwiegend unzufrieden“ und 7 Prozent sind „sehr unzufrieden“. Dies bedeutet gegenüber der gleich lautenden Umfrage aus dem Jahre 2008 eine leichte Verbesserung.
Auch in Einzelfragen kommt die Studie zu bemerkenswerten Erkenntnissen:
- Die parlamentarische Demokratie erfreut sich einer großen Akzeptanz: Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) wollen, dass Entscheidungen über wichtige Fragen in den Parlamenten gefällt werden, 27 Prozent stimmen dem nicht zu. Dabei ist die Quote von Zustimmung und Ablehnung im Westen und im Osten des Landes annähernd gleich.
- Die Parteien werden nicht nur für wichtig gehalten, die Befragten wünschen sich sogar ein stärkeres parteipolitisches Engagement ihrer Mitbürger. 68 Prozent sprechen sich dafür aus, dass sich mehr Menschen in Parteien engagieren; 27 Prozent stimmen dem nicht zu.
- Nur für eine Minderheit, nämlich für 20 Prozent, sind Parteien „überflüssig", 71 Prozent kommen zu einem anderen Urteil. Auffällig ist, dass die Befragten in Ostdeutschland auf Parteien eher verzichten würden als die im Westen (34:57 im Osten, 23:74 im Westen).
„Darauf kann sich und sollte sich die Politik aber nicht ausruhen“, so Dr. Wolfgang Gerhardt MdB, Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit zu den Ergebnissen der Studie. „Das Ziel der Politik muss immer Festigung und Zugewinn von Vertrauen sein. Sie darf in dieser Anstrengung nie nachlassen, auch wenn vielleicht die Zahlen gegenwärtig nicht so schlecht sind.“
Mit dem Deutschen Wertemonitor 2010 hat die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Zusammenarbeit mit dimap als durchführendem Institut zum dritten Mal nach 2006 (damals noch als „Freiheitsstudie“) und 2008 die Haltung von 1000 Bundesbürgern zu einigen zentralen Werthaltungen und zu zentralen freiheitlichen Werten abgefragt. Durchgeführt wurde die Befragung in der 37. und 38. Kalenderwoche (15. bis 27. September 2010).
Die komplette Studie (56 Seiten) finden Sie hier.




