Demokratisierung und Sicherheit in Zentral-Eurasien

Vortrag Ulrich Irmer In Zusammenarbeit mit dem Stiftungspartner ARI führte das Projektbüro Istanbul die 9. jährliche Internationale Sicherheitskonferenz durch. Die Region Eurasien ist von großer geostrategischer Bedeutung und macht sie deshalb zum Ausgangspunkt vieler Machtszenarien. Wie bei den vorherigen Sicherheitskonferenzen war es auch diesmal das Ziel der Veranstaltung, internationale Experten, Multiplikatoren, Akademiker und Politiker zusammen zu bringen und zu einem regen Erfahrungsaustausch anzuregen.
Nach der Eröffnung durch Kemal Koprulu, dem Vorsitzenden von ARI, unterstrich der amerikanische Botschafter in der Türkei, Ross Wilson, die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen der Türkei und dem Irak, um die Gründung weiterer unerwünschter Gruppierungen zu verhindern.

Ulrich Irmer, Belma Bagdat (FNSt) und Cem Toker (Vorsitzender der Liberaldemokratischen Partei der Türkei) Die erste Podiumsdiskussion war dem Iran, speziell der nuklearen Bedrohung für das regionale und globale Gleichgewicht gewidmet. Ulrich Irmer, ehemaliger Europa- und Bundestagsabgeordneter stellte in seinem Beitrag klar heraus, „dass Iran ein komplizierter Fall sei, der nicht isoliert, sondern immer mit seinen Nachbarn, aber auch Europa und den USA in Zusammenhang gesehen werden müsse.“ Daher müssten alle Betroffenen an einen Tisch gebracht werden, um direkt zu verhandeln. Ohne diese Kommunikation ist eine vernünftige und realistische Lösung sehr unwahrscheinlich.
Auch das Diskussionsforum zum Thema Afghanistan war mit den Wissenschaftlern Dr. Zeynep Almedar und Bulent Aras sowie Amin Tarzi von Radio Free Europe, Stefanie Babst, stellvertretende Assistentin des Generalsekretärs für Diplomatie und Hikmet Cetin, dem ehemaligen Afghanistan-Beauftragten der Türkei, hochrangig besetzt. Für das Publikum war es besonders reizvoll, nach der wissenschaftlichen Analyse und Situationsbeschreibung durch die beiden Wissenschaftler die Meinungen zur Umsetzung der sich daraus ergebenden Konsequenzen von Politikern und Journalisten anzuhören. Neben Aspekten des islamischen Fundamentalismus und Terrorismus stand hier vor allem das Thema Drogenhandel im Vordergrund. Große Zustimmung erhielt Hikmet Cetin mit seinem Appell, mehr Gewicht auf die ökonomische und soziale Stabilisierung Afghanistans zu legen, eine Konzentration auf die reine militärische Sicherheit wie sie die NATO leiste, reiche hier nicht aus.
Im dritten und letzten Forum wurden die energiepolitischen Herausforderungen in der Region Eurasien thematisiert. Hauptdiskussionspunkte waren der Abbau des russischen Monopols bei der Gasprom und die Diversifizierung der Energieversorgung sowie die geostrategisch wachsende Bedeutung der Türkei als ein Energiekorridor zwischen Europa und Asien. Hier waren insbesondere der Bau einer alternativen Pipeline „Baku-Ceylan-Tbilisi“ und „Türkei-Griechenland-Italien“ Ausgangspunkt heißer und kontroverser Diskussionen. Schlusspunkt des Forums bildete der Appell Khazar Ibrahims, Vertreter des Außenministeriums Aserbaidschans, an Armenien, sich in der Energiepolitik nicht noch mehr zu isolieren.
Belma Bagdat,
Projektassistentin
Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Istanbul/Türkei





