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Kultur hilft Wirtschaft

Anne Hofmann
Anne Hofmann
Das Büro Berlin-Brandenburg veranstaltete auf Initiative von Anne Hofmann, Sängerin am Cottbuser Staatstheater, die Tagung ‚Kultur hilft Wirtschaft’ in der Kunst.Fabrik Cottbus. Hofmann forderte, dass Kultur und Wirtschaft nicht als Konkurrenten wahrgenommen werden dürften und gab somit die inhaltliche Zielrichtung für die Veranstaltung vor.

Dies betonte auch Prof. Dr. Johanna Wanka, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, in ihrem Grußwort. Kultur sei bedeutend für das Bundesland und zugleich ein „essentieller, harter Standortfaktor“. Dennoch werde der Kulturwirtschaftsbereich – bestehend aus öffentlichen, privaten und gemeinnützigen Trägern – immer noch zu 90% staatlich gefördert.

Einen Exkurs über die Cottbuser Kulturlandschaft lieferte Oberbürgermeister Frank Szymanski. Er interpretierte den Titel der Tagung als partnerschaftliches Moment: sich Kennen, gegenseitigen Nutzen voneinander haben und gemeinsam etwas verwirklichen. In Cottbus würden 577 feste Arbeitsplätze im Kulturbereich öffentlich finanziert. Unternehmerisches Engagement würde aber künftig stärker gefordert, um die exzellenten Kulturstrukturen in der Region aufrecht halten zu können.

Wanka, Enderlein (Mitte)
Wanka, Enderlein (Mitte)
Der Schirmherr der Tagung Dr. h.c. Hinrich Enderlein, Mitglied des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung, machte deutlich, dass Kultur nicht ohne öffentliche Mittel auskäme. Diese Mittel müssten so eingesetzt werden, dass sie als Standortpotential fungierten. Denn „dort, wo sich die Menschen wohl fühlen, entsteht ein kreatives Umfeld“, so Enderlein. Kreativität sei wiederum die Basis für Innovationen. Kultur wäre somit Innovation. Darüber hinaus fördere Kultur ein tolerantes Umfeld und Toleranz wiederum kulturelles Schaffen.

Eine Region könne durch Kultur ihr Profil stärken, Partnerschaften zwischen Investoren und gesellschaftlichem Umfeld befördern sowie Perspektiven für das Miteinander und letztlich für Arbeitsplätze eröffnen. Kultur, resümierte Enderlein, sei der zentrale Integrationsfaktor.

Einige Facetten und quantitative Fakten über die Kulturwirtschaft präsentierte Dr. Thomas Strittmatter, Institut für Kulturpolitik. In Brandenburg würden rund 6.000 Personen in der Kreativwirtschaft (Kulturwirtschaft und Werbe-, Designbereich) erwerbstätig sein; davon 3.000 als Selbständige in Mikrounternehmen. Diese versuchten, aus allen Finanztöpfen Mittel zu erhalten, um ihren individuellen Gestaltungswillen umsetzen zu können. Letztlich müssten aber auch Künstler umdenken und sich für unternehmerisches Engagement öffnen. Dabei müssten künstlerische Freiheit und unternehmerisches Denken zusammengeführt werden – zum beiderseitigen Vorteil.

Dass kulturelles Engagement steuerliche Vorteile bietet, unterstrich Prof. Dr. Klaus Brockmeyer, FH Lausitz. Kultursponsoring könne als „Leistung gegen Leistung“ verstanden und für Unternehmen als Werbemaßnahme deklariert werden. Kultursponsoring sei im Gegensatz zum Mäzenatentum oder zur Spende langfristiger angelegt und umfasse die Kommunikationsziele Imagebildung, Kontaktpflege sowie Steigerung des Bekanntheitsgrades.

Weitere Beiträge über kulturelles Engagement referierten Dr. Dieter Thiel, Kunst.Fabrik Cottbus, und Dr. Hermann Borghorst, Vorstandsmitglied Vattenfall Europe Mining Generation. Während einer Kreativpause stellten sich folgende Einrichtungen mit ihren Konzepten vor: Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus, Alte Chemiefabrik Cottbus, Planetarium Cottbus, Kunst.Fabrik Cottbus, Konservatorium Cottbus, Weltspiegel Cottbus sowie freischaffende Künstler. In einer abschließenden Diskussionsrunde erläuterten André Malaczuk, Alte Chemiefabrik, dprint Gmbh Cottbus, Martin Werner, Medienagentur technosatz, Jörg Ackermann, Filmfestival Cottbus, Pool Production Gmbh, sowie Ulrich Bollmann, Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus, ihr kulturelles Engagement.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass die Diskussion über kulturelles Engagement sowie die Zusammenarbeit von Künstlern und Unternehmern vertieft werden müsse.

Michael Gold
Büro Berlin-Brandenburg

letzte Änderung: 12.09.2008


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