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Liberale verabschieden „Cancun Declaration on Migration“

An der Grenze Mexiko/USA: Ein künftiger Migrant?
An der Grenze Mexiko/USA: Ein künftiger Migrant?
Kein anderes Thema bewegt die mexikanische Politik so wie das der Auswanderung. Auch wenn Mexiko ein schönes Fleckchen Erde zum Entspannen und Urlauben ist, verlassen Tausende Mexikaner wie auch Zentralamerikaner ihr Land weil sie dort keine Zukunft mehr sehen, die ökonomische Situation miserabel und die sozialen Systeme ungenügend sind. Davon konnten sich die rund 160 Delegierten aus der ganzen Welt überzeugen. Sie diskutierten beim 178. Treffen des Exekutivkommittees der Liberal International im mexikanischen Cancun liberale Vorschläge zur Bewältigung des Migrationsphänomens.

Dr. Wolfgang Gerhardt, Lord John Alderdice, Harald Klein, Onyx Lorenzoni
Dr. Wolfgang Gerhardt, Lord John Alderdice, Harald Klein, Onyx Lorenzoni
Dr. Wolfgang Gerhardt, FDP-Bundestagsabgeordneter und Vorstandsvorsitzender der Stiftung für die Freiheit, bezeichnete die Migration als ein urtypisches menschliches Phänomen. Er lobte, dass Mexiko eigentlich ein sehr offenes Land sei, das zahlreiche Freihandelsabkommen abgeschlossen habe und immer wieder Einwanderer oder politische Verfolgte insbesondere während des Spanischen Bürgerkrieges und des Zweiten Weltkrieges aufgenommen habe. Die Menschen suchten – ganz nach Adam Smith – immer die besten Lebens- und Arbeitsbedingungen für sich.

Nach Einschätzung des Direktors des Forschungszentrums der staatlichen Einwanderungsbehörde, Ernesto Chávez, ist Mexiko mittlerweile aber zu einem Auswandererland geworden. Offziell wandern jährlich 400.000 Mexikaner in die USA aus. 173.800 Zentralamerikaner benutzen Mexiko als Transitland und nur knapp 7000 Menschen lassen sich jedes Jahr dort nieder. Um die Auswanderung zu verhindern, müssen bessere wirtschaftlichen Bedingungen geschaffen werden, die es ermöglichen, Arbeitsplätze und Wohlstand vor Ort zu schaffen. Das ist eine politische Forderung der neuen liberalen Partei Nueva Alianza, die seit fast einem Jahr erstmals im mexikanischen Parlament vertreten ist. Als Gastgeber der Tagung erläuterte ihr Präsident Tómas Ruiz ihr politisches Programm und wünschte sich ein internationales Abkommen mit Hilfe der Vereinten Nationen, das Migration sinnvoll reguliert.

Der Präsident der Liberal International, Lord John Alderdice, betonte vor allem die Würde der Migranten und forderte zu einem entschiedenen Kampf gegen Menschenhändler auf. Besonders in Mexiko würden Menschenschmuggler ein großes Geschäft mit undokumentierten Auswanderen betreiben, das oftmals mit dem Tod der Migranten ende.

Otto Guevara, Präsident des Liberalen Netzwerkes in Lateinamerika RELIAL, stellte fest, dass vor allem der Wohlfahrtstaat auswanderungswillige Menschen anziehe. Deshalb sei es die primäre Aufgaben der Liberalen, Arbeitsplätze und Wohlstand in den Ländern zu schaffen, in denen der größte Auswanderungsdruck herrsche.
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letzte Änderung: 12.09.2008


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