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CALD Bali-Konferenz: "Pluralismus und Entwicklung in Asien"

„Pluralismus und Entwicklung“ – so lautete das Thema der Konferenz des Council of Asian Liberal and Democrats (CALD), die kürzlich in Nusa Dua, Indonesien stattfand. Die gastgebende Partnerpartei war die Indonesian Democratic Party of Struggle (PDI-P). Ziel der Konferenz war die Identifikation der Zusammenhänge zwischen Pluralismus und Entwicklung im Hinblick darauf, wie Diversität und Pluralismus zu freiheitlicher politischer und menschlicher Entwicklung beitragen können.

 

Der asiatische Raum ist ein besonders spannendes Beispiel für das Nebeneinander unterschiedlichster Ethnien, Kulturen und Glaubensrichtungen. In manchen asiatischen Gesellschaften der Region funktioniert dieses Nebeneinander hervorragend, in anderen, weniger freien Gesellschaften versuchen elitäre Gruppen und/oder Individuen gerade diese Unterschiede auszuräumen, nicht selten mit gewaltsamen Mitteln.

 

Hon Made Mangku Pastika mit Rajiva Wijesinha
Hon Made Mangku Pastika mit Rajiva Wijesinha
Gemessen an der Gesamtbevölkerung steht Indonesien weltweit auf Platz vier. Die dominante Glaubensrichtung ist der Islam, jedoch leben auf den über 17.000 Inseln des Landes Christen, Buddhisten, Hindus nebeneinander. Indonesien zeichnet sich aus durch seine sprachliche, ethnische und religiöse Diversität und war mit Hinblick auf das Konferenzthema bestens als Austragungsort geeignet der Veranstaltung geeignet.

 

"Ich bin du und du bist ich"

 

Hon. I Made Mangku Pastika, der Gouverneur von Bali, hieß die hochrangigen Konferenzteilnehmer willkommen und teilte drei richtungweisende balinesische Philosophien:

 

• Tri Hita Karana: Die Etablierung von Balance und Harmonie zwischen den Menschen und ihrer Umgebung

 

• Tattwam Asi: „Ich bin du und du bist ich“ – respektiere Andere genau wie dich selbst

 

• Menyama Braya: Als soziale Wesen sind wir alle Brüder und Schwestern

 

Der eindrucksvollen Eröffnungsrede des Gouverneurs folgten Vorträge zu den Themenkomplexen "Maßnahmen und Hindernisse auf dem Weg zu pluralistischen Gesellschaften", "Pluralismus und politische Entwicklung“, "Pluralismus und menschliche Entwicklung“ sowie eine Podiumsdiskussion zur "Rolle des islamischen Pluralismus in der Durchsetzung von Demokratie und Entwicklung“.

 

CALD-Generalsekretaer Neric Acosta, Wolf-Dieter Zumpfort, Rainer Adam
CALD-Generalsekretaer Neric Acosta, Wolf-Dieter Zumpfort, Rainer Adam
Unter den Vortragenden befanden sich hochrangige Regierungsvertreter, Oppositionsführer, Parlamentarier, Akademiker und wichtige demokratische Akteure der Zivilgesellschaft, so beispielsweise Hans van Baalen, der Präsident von Liberal International (LI) , der ehemalige thailändische Außenminister Kasit Piromya, der kambodschanische im Exil lebende Oppositionsführer Sam Rainsy, der Vorsitzende von CALD, Hon Rajiva Wijesinha und viele mehr. Die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wurde von Wolf-Dieter Zumpfort, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes, sowie Rainer Adam, dem Regionaldirektor der Stiftung in Südost- und Ostasien repräsentiert.

 

Übereinstimmend kam man zu folgenden Ergebnissen: Echte Freiheit kann nur in einer Gesellschaft entstehen, die Pluralismus und Diversität in allen Bereichen menschlichen Miteinanders anerkennt und wertschätzt. Nur in einer solchen Umgebung können Individuen und gesellschaftliche Gruppen ihr Potential voll entfalten und ausschöpfen. Unterschiede in Meinung, Glauben und Einstellung sollten gefördert werden, denn Sie sind kein Hindernis, sondern vielmehr Kennzeichen echter demokratischer Systeme.

 

Civil Will Partei der Mongolei einstimmig als Vollmitglied aufgenommen

 

Die Vorteile pluralistischer Gesellschaften für die Entwicklung eines Staates liegen auf der Hand. Auf der politischen und der wirtschaftlichen Ebene wird so ein Wettbewerb der verschiedenen Akteure sichergestellt, der den Bürgern eines Staates die Wahl zwischen Alternativen ermöglicht. Ohne die Möglichkeit der Wahl kann von einem demokratischen System nicht die Rede sein. Bei der Schaffung und Aufrechterhaltung dieser Möglichkeiten können regionale und internationale Netzwerke wie der Council of Asian Liberals and Democrats (CALD) oder Liberal International (LI) eine gewichtige Rolle in der Vernetzung und Stärkung demokratischer Kräfte spielen.

 

Hans van Baalen mit Vertretern der neu in CALD aufgenommenen mongolischen Civil Will Partei
Hans van Baalen mit Vertretern der neu in CALD aufgenommenen mongolischen Civil Will Partei
Im anschließenden Treffen des CALD Executive Committees, wurde die Civil Will Partei der Mongolei, einstimmig als Vollmitglied des Netzwerkes anerkannt. Damit hat CALD nun zehn Vollmitglieder. Das Netzwerk wächst und gewinnt kontinuierlich mehr Einfluss in der Förderung und Durchsetzung freiheitlicher und demokratischer Prinzipen im asiatischen Raum und darüber hinaus.

 

Im kulturellen Rahmenprogramm wurden die Delegierten mit verschiedenen balinesischen Traditionen und kulturellen Gepflogenheiten vertraut gemacht. In Namen aller Konferenzteilnehmer bedankt dich die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit für die außerordentliche Gastfreundschaft der Indonesian Democratic Party of Struggle (PDI-P), bei der balinesischen Provinzregierung und allen hoch geschätzten Rednern für ihre Beiträge zu der gelungenen Konferenz.

 

Juliane Schmucker

 

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letzte Änderung: 25.11.2011


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