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"Gelebte Freiheit" - Peter Menke-Glückert zum 80. Geburtstag

Wolfgang Gerhardt, Peter Menke-Glückert
Wolfgang Gerhardt, Peter Menke-Glückert
„Gelebte Freiheit“ – unter diesem Titel hat die Stiftung für die Freiheit ihr Kuratoriumsmitglied Peter Menke-Glückert in Bonn zu dessen 80. Geburtstag gewürdigt; unter den Gratulanten befand sich mit Guido Westerwelle, Wolfgang Gerhardt, Klaus Kinkel und Otto Graf Lambsdorff die komplette Riege der FDP-Vorsitzenden der letzten 20 Jahre – um protokollarisch notwendige Pflichtbesuche handelte es sich dabei aber nicht, denn Peter Menke-Glückert war Zeit seines Lebens kein Mann, der an prominenter Stelle, etwa als Minister, Politik machte. Die hochrangigen Gäste würdigten mit ihrem Erscheinen vielmehr die Innovationskraft und die Ausdauer des Jubilars in der Politik und nicht zuletzt seine klare liberale Haltung.

Es gratulieren Otto Graf Lambsdorff...
Es gratulieren Otto Graf Lambsdorff...
Menke-Glückert, Rechtsanwalt, Min.Dir. a.D. und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums sowie des Programmausschusses der Stiftung wurde 1963 zum ersten Mal ins Kuratorium gewählt und war von 1964 bis 1985 Mitglied des Vorstands. Seinen Sitz im Kuratorium hat er in diesem Jahr seit 46 Jahren inne. Eine lange Zeit und schon damals zeigte sich Menke-Glückert so, wie man ihn heute kennt: selbstbewusst und engagiert.

...und Guido Westerwelle.
...und Guido Westerwelle.
Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung für die Freiheit, zitierte aus einem Brief, den Peter Menke-Glückert im April 1963 an den Vorsitzenden des Kuratoriums, den Heilbronner Oberbürgermeister Paul Meyle schrieb. „Dieser Brief“, so Gerhardt, „ist die Eintrittskarte in das Kuratorium und weil er in nuce das Glaubensbekenntnis des Jubilars enthält, möchte ich ihn ausführlich zitieren.“

Peter Menke-Glückert schreibt da: „Meine Aufgabe im Kuratorium sehe ich darin, Gedanken und Ideen der jüngeren Generation aufzugreifen, vorzutragen, zur Diskussion beizugeben. Durch das Elternhaus in Dresden, durch handfeste politische Erfahrungen in der Zone bin ich ebenso wie durch einen mehrsemestrigen Studienaufenthalt in den Vereinigten Staaten geprägt worden. Mein Vater (…) hat mir oft von der politischen Mattigkeit der Gebildeten, vom Versagen eines großen Teils des Bürgertums in der Weimarer Zeit und unter Hitler erzählt. Politischen Dilettantismus, Feigheit und Versagen des Bürgertums habe ich unmittelbar in den Jahren nach 1945 in der Zone erlebt. Wichtigste Aufgabe der Friedrich-Naumann-Stiftung sehe ich daher darin, das Wissen um Gefährdungen der Freiheit aufzugreifen, die Gefahrenpunkte für Toleranz, (für die) Eigenverantwortung des Bürger, kurz: die Gefahrenzone des liberalen Modells unseres Gemeinwesens Bundesrepublik (zu) behandeln. Greift die Stiftung solche Themen auf, wird sie ein von allen Einrichtungen ähnlicher Art unterschiedenes ganz eigenes Gesicht bekommen (…).“

Klaus Kinkel und Barbara Genscher
Klaus Kinkel und Barbara Genscher
So schwungvoll Menke-Glückert seine Mitarbeit ankündigte, so schwungvoll war sie auch. Und er brachte stets Neues auf die Agenda, fuhr Wolfgang Gerhardt fort: „Er eröffnete immer wieder neue Themenfelder. Erwähnt seien die Friedens- und Konfliktforschung in den sechziger und die Umweltthematik in den siebziger Jahren.“
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letzte Änderung: 30.03.2009


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