Bildungsfreiheit quo vadis? Symposium in Berlin
Wo fängt Bildungsfreiheit an und wo hört sie auf? Warum herrscht nur in Deutschland Schulzwang und überall anders eine Schulpflicht oder eine Bildungspflicht? Was brauchen Kinder, um lernen zu können, wie bedingen sich Bildung und Erziehung? Sollten Eltern selbst entscheiden dürfen, welche Bildungsform für ihre Kinder am besten ist oder kann dies nur der Staat entscheiden?Über diese und viele andere grundsätzliche Fragen zum Thema Bildungsfreiheit wurde auf einem Symposium in Berlin zwei Tage lang intensiv diskutiert.
Mehr Mut in Bildungsfragen
Patrick Meinhardt MdB, bildungspolitischer Sprecher der FDP-
Meinhardt Fraktion im Deutschen Bundestag, sagte in seiner Eröffnungsrede, das Ziel des Symposiums, grundsätzlich über Fragen der Bildungsfreiheit zu diskutieren, sei zu begrüßen. Unser bisheriges Bildungsverständnis müsse grundsätzlich infrage gestellt werden. Meinhardt hoffe, der Kongress fördere im Sinne einer „Querdenker-Veranstaltung“ neue Wege und Handlungsoptionen für mehr Flexibilität im Bildungssystem.
Alle Kinder wollen lernen
Czerny Sabine Czerny, Autorin des 2010 erschienenen Buches „Was wir unseren Kindern in der Schule antun… und wie wir dies ändern können“, berichtete von ihren Erfahrungen an einer staatlichen Grundschule in Bayern. Grundsätzlich wolle jedes Kind lernen. Das natürliche Interesse und die Neugierde würden jedoch sichtbar schwinden, sobald der Druck der Notengebung die Schüler ereiche. Dies führe dazu, dass die Kinder die Freude am Lernen sehr schnell verlieren und falsche Überzeugungen entwickeln - „Ich kann nicht rechnen.“
Das grundlegende Problem sei, dass Kinder zur gleichen Zeit – zur Zeit der Leistungskontrolle - das gleiche Wissen abrufen müssen. Das individuelle Lerntempo der Kinder werde nicht berücksichtigt. Schuld an der Bildungsmisere in Deutschland sei das System der Leistungsmessung - nicht die Eltern und nicht die Lehrern, die durch das System nur dazu gezwungen seien, dem Druck nachzugeben.
Freiräume für individuelles Lernen schaffen
Czerny plädierte dafür, anstelle der Notengebung ein Level-System einzuführen. Jeder Schüler habe die Chance, das Level nach einer individuellen Anzahl von Lerneinheiten zu erreichen und wisse, wo er stehe. Somit seien nicht mehr einzelne Noten für den weiteren Schulerfolg prägend, sondern jeder Schüler erhalte die Chance, Erfolge zu erzielen.
Informationen zum Buch von Sabine Czerny sowie eine Bestellmöglichkeit finden Sie hier.





