„Der Freiheit verpflichtet“ – Festveranstaltung für Otto Graf Lambsdorff
Otto Graf Lambsdorff, Wolfgang Gerhardt,
Guido Westerwelle Am 20. Dezember feierte der FDP-Ehrenvorsitzende und ehemalige Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff seinen 80. Geburtstag. Der Vorgänger von Dr. Wolfgang Gerhardt auf dem Stuhl des Vorstandsvorsitzenden der Stiftung genießt über die Parteigrenzen hinweg ein hohes Ansehen für sein politisches Lebenswerk. Und so wundert es kaum, dass am Montagabend weit über 500 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur offiziellen Geburtstagsfeier in die Orangerie im Schloss Charlottenburg gekommen waren. Unter dem Motto „Der Freiheit verpflichtet“ haben Friedrich-Naumann-Stiftung, FDP und die FDP-Bundestagsfraktion den vitalen 80-Jährigen mit dieser Festveranstaltung geehrt.
Wolfgang Gerhardt bat alle Autoren der Festschrift
für Lambsdorff auf die Bühne Der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, Wolfgang Gerhardt, würdigte seinen Amtsvorgänger als „gelungenes und gutes Beispiel für eine Haltung und Einstellung verantwortete Freiheit.“ Lambsdorff sei ein Mann der klaren und deutlichen Worte, „präzise ohne Schnörkel“, so Gerhardt, der zugleich auf die „raue Schale“ des langjährigen FNSt-Vorstandsvorsitzenden verwies. Die verkörpere er wie keine anderer, doch sie sei immer unterlegt durch „menschliches Empfinden, Intellekt und Grundsätze wie nur bei wenigen.“ Gerhardt würdigte insbesondere das Engagement Lambsdorffs, dass „in welcher Aufgabe auch immer“ auf eine freie Bürgergesellschaft gesetzt habe.

Klaus von Dohnanyi Und die Laudatoren verbanden mit ihren Reden auf den Jubilar auch persönliche Erfahrungen und Überzeugungen. Der ehemalige Bundesminister und Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi begann seine Laudatio mit einer Erinnerung an die 50er Jahre. Damals hätten Freunde ihn auf Lambsdorff aufmerksam gemacht, doch noch bevor er ihn kennen gelernt habe, sei er der Kölner SPD eingetreten: „Wer weiß, welches Unglück Sie vielleicht hätten verhindern können,“ merkte von Dohnanyi zum Vergnügen der Gäste an. Er lobte den „liberalen Streiter“ für seine gerade Haltung. Lambsdorff habe „eisern Stand gehalten“, als es hieß, eine wettbewerbsorientierte Wirtschaftspolitik „gegen die tradierte deutschen Gemeinschaftsideologien und gegen die neuen romantischen Gesellschaftsträume“ zu vertreten.
Hauptaugenmerk des Laudatoren lag aber darauf, was aus dem Vermächtnis Lambsdorffs erwachsen könne. Von Dohnanyi hob in diesem Zusammenhang das Engagement des ehemaligen Bundesministers in Sachen Föderalismusreform hervor. Dies sei „eben das zentrale Thema der Freiheit“. Lambsdorff habe hier mit seinem „nach vorne gerichtetem Denken“ wichtige Impulse gegeben. Mit Blick auf die Globalisierung und deren Folgen, wies von Dohnanyi auf Lambsdorffs „wichtige Rolle in unseren Beziehungen“ zu den USA hin und betonte: „Ihr Gewicht könnte uns helfen, die europäischen Interessen zu erklären.“ Der ehemalige Bundesminister dankte dem FDP-Ehrenvorsitzenden dafür, „dass Sie so wirksam der Freiheit für und in unserem Land eine Gasse bereitet und diese dann offen gehalten haben.“

Auch Rolf Berndt, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung, gratulierte Auch der Dalai Lama übermittelte seine Glückwünsche. Er schrieb dem früheren Vorsitzenden des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung, der sich seit Jahren für verfolgte Tibeter einsetzt, unter anderem: "Ich halte die warmherzige Freundschaft in Ehren, die ich mit Ihnen teilen durfte, und ich erinnere mich zuvörderst und mit tiefempfundener Dankbarkeit Ihrer entschiedenen und unerschütterlichen Unterstützung für die gerechte Sache Tibets. Ihr prinzipientreues Eintreten für Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Demokratie ist eine großartige Quelle der Inspiration nicht nur für das Volk Tibets, sondern für alle, die jene grundlegenden Rechte schätzen."

Guido Westerwelle "Sie haben sich mit Ihrem konsequenten Einsatz für mehr Freiheit und Menschrechte in Deutschland und international großen Respekt erworben", würdigte auch FDP-Partei- und Fraktionschef Guido Westerwelle den Jubilar. "Sie sind ein Politiker, der stets mit offenem Visier gekämpft hat. Sie schätzen den öffentlichen Austausch von Argumenten. Dabei haben Sie einen unverwechselbaren Stil: klar und konkret. Sie sind pointiert in Ihren Aussagen, ohne andere zu verletzen. Sie sind bestimmt in Ihrer Meinung, ohne starrsinnig zu sein. Sie sind ein echter Liberaler. Und wir sind stolz darauf, dass Sie in unseren Reihen sind", so Westerwelle.

Zwei große Liberale: Hans-Dietrich Genscher und Walter Scheel Während der Wiedervereinigung habe Lambsdorff dann als FDP-Bundesvorsitzender mit großer Besonnenheit, politischer Klugheit und dem notwendigen Fingerspitzengefühl den Vereinigungsprozess mitgestaltet, so der liberale Vorsitzende anerkennend mit Blick auf den 12. August 1990, als sich noch vor der Einheit Deutschlands die Liberalen aus Ost und West zur ersten gesamtdeutschen Partei zusammenschlossen. "Das ist eines Ihrer ganz großen Verdienste, das in einem großartigen Wahlergebnis von elf Prozent bei der ersten Bundestagswahl der neuen Bundesrepublik gipfelte", so Westerwelle. Erstmalig in der bundesdeutschen Geschichte war die FDP dann in 16 Länderparlamenten vertreten.
Westerwelle hob zudem hervor, dass der FDP-Ehrenvorsitzende als Präsident der Liberalen Internationale erfolgreich dazu beitrug, möglichst viele liberale und starke Parteien nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aufzubauen. "Ihr Engagement ist immer auch international, den Menschenrechten und dem Freihandel verpflichtet. Ihre Stimme ist eine Stimme aus Deutschland, die in der Welt beachtet wird", so Westerwelle.
Downloads:
Manuskript Begrüßungsansprache Dr. Wolfgang Gerhardt
Manuskript Laudatio Dr. Klaus von Dohnanyi





