Berlin: Alumni-Konvent der Begabtenförderung
Die Mitglieder der Alumni-Organisation, dem Verband der Stipendiaten und Altstipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (VSA), haben sich in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin getroffen, um ihren 20. Geburtstag zu feiern. Unter dem Thema „Nachhaltigkeit – Schlagwort oder Zukunftsprinzip?“ fanden sich rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Bei einem Festakt hielt der geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Rolf Berndt, die Festrede. Er nannte die Begabtenförderung „ein Glanzstück der Stiftung“ und die Nachfolgeorganisation für die Ehemaligen eine wichtige und gut funktionierende Einrichtung für die nachhaltige Pflege des Netzwerks.

Rolf Berndt Berndt wies auf ein anderes bevorstehendes Jubiläum hin: Im kommenden Jahr, am 10. Dezember 2008, begeht die Welt den 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen. „Viele undemokratische und unterdrückerische Regime gehörten zu den Unterzeichnern“, so Berndt, und „die Einhaltung der Menschenrechte war ihnen reichlich egal, so lange nur die eigene Macht gesichert werden konnte.“ Auch nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa sei es eine der Kernaufgaben der Stiftung, sich für Menschenrechte einzusetzen. Russland etwa sei ein Projektland der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit „und wir fragen uns angesichts der angrenzenden Länder und Regionen immer wieder, ob bezüglich der Menschenrechtsfrage das Glas hier halb voll oder halb leer ist. Die Arbeit in diesen Ländern ist schwierig, erfordert diplomatisches Fingerspitzengefühl, Hartnäckigkeit und die Bereitschaft, in kleinen mühsamen Schritten voranzugehen. Und sie erfordert Prinzipientreue und Rückgrat.“
In China war die Arbeit der Stiftung „bis 1996 auf einem guten Weg“, so illustrierte Berndt dies mit einem Beispiel. „Wenngleich unsere Arbeit vor allem bei den reformorientierten Kräften hohe Anerkennung und Wertschätzung genoss, mussten wir unser überaus erfolgreich arbeitendes Projektbüro schließen, da uns die chinesische Regierung dazu zwingen wollte, die Tibetkonferenz im Bonner Plenarsaal abzusagen und unser Engagement für Tibet zu beenden. Hätten wir 1996 dem Druck der chinesischen Regierung nachgegeben und sämtliche Beziehungen zu den Tibetern abgebrochen, so hätten wir unsere Grundüberzeugung geopfert.“ Seit nunmehr über zehn Jahren gelte deshalb für die Stiftung für die Freiheit: „Solange die Exiltibeter dem Weg der Gewaltfreiheit des Dalai Lama folgen und ihr Ziel der Rückkehr nach Tibet in Freiheit mit dem Recht auf eigene Sprache und Kultur in einem China auf friedlichem Wege verfolgen, finden sie unsere Unterstützung.“

Michael Kauch MdB Später wurde das Tagungsthema näher beleuchtet. Über „Nachhaltigkeit als politisches Prinzip“ diskutierten Hans-Heinrich Sander MdL, Umweltminister des Landes Niedersachsen, Max Schön, Präsident Club of Rome Deutschland, Hartmut Knüppel, Autor „Ökologische Marktwirtschaft“ und Michael Kauch MdB, FDP-Bundestagsfraktion/Sprecher Umweltpolitik und Nachhaltige Entwicklung. Die „Nachhaltigkeit als Verpflichtung für Unternehmer und Verbraucher“ diskutierten Ulrich Adamheit, Vattenfall AG, Yvonne Zwick, Rat für Nachhaltige Entwicklung und Andreas Zamostny, Geschäftsführer Schlange & Co. GmbH.
Auch wenn im Nachhinein festgestellt wurde, dass Nachhaltigkeit häufig sehr schnell beim Thema Umwelt landet, hier war es sicher auch der Auswahl der Diskutierenden geschuldet. Gleichwohl bestand am Ende Konsens, dass das Thema hier nicht aufhört. Nachhaltigkeit zieht sich als notwendige Dimension durch alle Bereiche der Politik, insbesondere der Sozial- und Bildungspolitik.
Den Höhepunkt fand das Fest am Abend in der Terrassenbar des Stilwerk. Unermüdliche tanzten und frischten in Gespräche lang angeknüpfte Freundesbande wieder auf. Mit einer Mitgliederversammlung klang das ereignisreiche Wochenende aus.Zur Begabtenförderung
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Rede von Rolf Berndt (Format PDF)





