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BELLUM BELLUM – Zum Kriegsende vor 60 Jahren

<small>Rolf Berndt</small>
Rolf Berndt
Zu der Ausstellungseröffnung „BELLUM BELLUM - Gedächtnis dreier Generationen“ hat die Friedrich-Naumann-Stiftung Kunst- und Kulturinteressierte in die Galerie Sandmann in Berlin-Mitte eingeladen.

Mehr als 120 Besucher der Ausstellungseröffnung folgten der Begrüßung durch das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung Herrn Dr. Rolf Berndt und durch die Ehegattin des Botschafters der Russischen Förderation Frau Maria S. Koteneva. Die Galeristin und Kuratorin der Ausstellung Frau Dr. Marina Sandmann führte in das Thema und die ausgestellten Arbeiten ein und stellte die Künstler vor. Berndt betonte, dass die Förderung von Kunst und Kultur nicht nur formal in der Satzung der Friedrich-Naumann-Stiftung verankert ist, sie ist seit Jahren fester Bestandteil der Arbeit der Stiftung. Die Förderung der liberalen Bürgergesellschaft und der demokratischen Kultur richtet sich an den ganzen Menschen, „unsere Stiftung nutzt daher auch die Wege der ästhetischen Kommunikation“, so seine Worte. Er appellierte, dass es nicht nur beim rationellen „Denken“ alleine bleiben darf. Das Gefühl ist ebenso gefordert, das Mitgefühl mit den Opfern, Gefühle wie Hass und Angst, aber auch Hoffnung und Zuversicht. Und was läge näher, als bei der Kunst Unterstützung zu suchen.

Koteneva stellte das Schaffen der Künstler in den Mittelpunkt. Wenn bei der älteren Generation der Krieg als Gemetzel, Tragödie, Schmerz und Leid verarbeitet wird, so ist in den Werken der mittleren Generation der Krieg nicht als direkte Auseinandersetzung der kriegerischen Parteien dargestellt, sondern als eine Interaktion, bei der die Grenzen zwischen den Gegnern in dem alle erfassenden Schrecken verschwindet. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg und Gewalt hat bei den Künstlern der jüngeren Generation Ähnlichkeit mit Schamanismus, in dem man durch konkrete Handlungen und Gegenstände versucht, die bösen Geister zu bannen, um Gefahr abzuwenden.

<small>Maria S. Koteneva</small>
Maria S. Koteneva
Die Galeristin resümierte, dass die Tragödie, die die Welt vor 60 Jahren erlebt hat, weiter in der zeitgenössischen Geschichte und Kultur besteht. Ihre Bilder durchdringen die radikalsten Schichten der Kunst, schließen sie ein in ihre aktuellen Strategien, verwandeln das emotionale Gedächtnis in die schöpferische Erfahrung. Die Kunst ist fähig, jedes Trauma zu überwinden - physisches und sozialgeistiges – in diesem Überwinden neue Einheitlichkeiten und Universalität schöpfend. Dies ist auch, zweifelsohne, das Anliegen der Ausstellung BELLUM BELLUM.

In der Ausstellung sind Arbeiten zu sehen von: V. Sidur, V. Komar & A. Melamid, B. Orlow, D. Prigov, M. Tscherischow, G. Chef, M. Gerzowskaja, A. Koneva, A. Kostroma, E. Kovylina, M. Lyubaskina und A. ToKarev.

Die Galerie Sandmann befindet sich in der Linienstraße 139-140 in 10115 Berlin und die Ausstellung BELLUM BELLUM ist geöffnet bis zum 11. Juni 2005.

Die Öffnungszeiten sind:

Dienstag bis Freitag 14.00 - 19.00 Uhr
Sonnabend von 12.00 - 18.00 Uhr.
letzte Änderung: 12.09.2008


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