Ausstellung „HandZeichen“
(im Hintergrund
mit Selbstprotrait) Rainer Ehrt, arbeitet und lebt in Kleinmachnow. Er stellt im Neubau des Truman-Hauses der Friedrich-Naumann-Stiftung in Potsdam bis zum 24. November 2006 Reisebilder, Grafiken und Cartoons aus.
In der bissigen Cartoon-Sprache gibt Ehrt aktuelle und zeitgeschichtliche Ereignisse wider: Das Reformland Deutschland fungiert unter dem Motto „Weniger Denken“, auf einem Teppich fliegen Terroristen einem Flugzeug-Geschwader entgegen und Panzer tanken gierig Öl an Wüsten-Raffinerien. Auch darf die Bundeskanzlerin nicht fehlen - als Jungpionierin, mit ihren selbst gewählten Über-Eltern: Konrad Adenauer und Katharina der Großen.
Die Reisebilder von Rainer Ehrt nehmen den Betrachter in die Sommerzeit mit. Urlaubszenen aus Italien oder auf Hiddensee zeigen den „gewöhnlichen“ Deutschen beim einfaltslosen Sonnenbad oder beim Strandsport – doch sind die Impressionen mit einem argwöhnischen Blick des Kulturbürgers Ehrt aufgenommen und künstlerisch umgesetzt.
Christian Däubler „Wir können Ihnen diesmal wieder eine, so meine ich, gelungene Ausstellung präsentieren“, sagte Christian Däubler, Leiter des Büros Berlin-Brandenburg, in seinen Begrüßungsworten. Die ausgesprochen positive Resonanz der Besucher der Vernissage bestätigte diese Aussage. Däubler ermunterte sodann die Besucher, dass sie beim Betrachten der Bilder von Rainer Ehrt auf Reise gehen mögen, um mit wachen und kritischem Blick die Cartoons, Grafiken und Reisebilder zu ergründen.
Martina Schellhorn Ehrts künstlerischer Humor würde nicht auf das Zwerchfell zielen, sondern auf den Denkapparat. Dies umriss Martina Schellhorn, Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, in ihrem Einführungsvortrag. „Der heftigste Heiterkeitsausbruch ist oft ein Schmunzeln – aber ein Schmunzeln in drei Etappen: Das entdeckende, das erkennende und schließlich das verstehende Schmunzeln über das, was Ehrt in seinen Zeichnungen zusammenfügt. Dieses Schmunzeln ist zweifellos ein besonderes Qualitätsmerkmal seiner satirischen Kunst.“ Schellhorn weiter: Rainer Ehrt zeichne mit großer Konsequenz zu Ende, was andere nur hinter vorgehaltener Hand denken würden. „Wenn Ehrt denkt, dann zeichnet er. Wird man mit seinen Denk-Zeichnungen konfrontiert, kann es passieren, dass der erste Anflug von Fröhlichkeit in den Adern gerinnt. Nein, ein lautes Lachen will sich nicht einstellen bei den Blättern von Rainer Ehrt.“
Hand Biss Fuss Zum Denken und Schmunzeln regte auch das Programm „Hand, Biss, Fuss“ an. Peter Waschinsky, Puppenspieler, und Hardy Reich, Musiker und Schauspieler (beide aus Berlin), zeigten mit blossen Händen und Füssen sowie ihren Stimmen, dass minimalistisches Theater satirisch äußerst unterhaltsam ist.
Lassen auch Sie sich von den Arbeiten Rainer Ehrts inspirieren und besuchen Sie die Ausstellung „HandZeichen“ in Potsdam-Babelsberg!
Die Veranstaltung wurde mit öffentlichen Mitteln gefördert.
Michael Gold
Büro Berin-Brandenburg
Dauer der Ausstellung:
12. Oktober bis 24. November 2006
Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 17.00 bis 19.00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 10.00 bis 18.00 Uhr
Eintritt: frei
Ausstellungsort:
Friedrich-Naumann-Stiftung
Truman-Haus
Atrium im Neubau
Karl-Marx-Straße 2
14482 Potsdam-Babelsberg
S-Bahn Griebnitzsee
Nächste Ausstellungseröffnung am 30. November 2006: „Die verkannten Europäer: Gesichter und Geschichten aus Rumänien“





