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Auslandsakademie 2011: Stipendiaten in Nahost

Besuch in der Evangelisch-Lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem
Besuch in der Evangelisch-Lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem
In eine geschichts- wie konfliktreiche Region führte die diesjährige Auslandsakademie der Begabtenförderung: Den sogenannten „Nahen Osten“. Besucht wurden u.a. Jerusalem, Tel Aviv, Bethlehem, Ramallah und Jericho.

22 Stipendiatinnen und Stipendiaten beschäftigten sich mit den vielfältigen Spannungsfeldern, Konflikten und der Geschichte dieser besonderen Region. Die Studierenden und Promovierenden gewannen einen sehr differenzierten Einblick in den israelisch-palästinensischen Konflikt und hatten die Möglichkeit in Palästina und Israel mit jungen Unternehmerinnen und Unternehmern, Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zu sprechen, sowie in mehreren sozialen Projekten und Einrichtungen über aktuelle Probleme zu diskutieren.

Blick auf den Felsendom in Jerusalem
Blick auf den Felsendom in Jerusalem
Wie spannungsreich das (Zusammen-) Leben in dieser Region und wie schwierig es ist, vor Ort zu einem kritischen Meinungsbild über die Verhältnisse und deren Ursachen zu gelangen, zeigte sich bei vielen Gelegenheiten: Dem Besuch der evangelischen Weihnachtsgemeinde Bethlehem, ihrem internationalen Begegnungszentrum und anschließend bei der Diskussion in einem palästinensischen Flüchtlingslager Bethlehems.

Auch das „Shared-History-Project“, eine Initiative von einem israelischen und palästinischen Historiker (unterstützt durch die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit), machte deutlich, wie problematisch der israelisch-palästinensische Dialog über die verschiedenen Narrative ihrer geteilten Geschichte ist.

Mit palästinensischen Jungunternehmern und Jungunternehmerinnen des „Freedom Forum Palestine“ – auch sie sind Partner des in Jerusalem ansässigen FNF-Projektbüros – konnte die Gruppe in Ramallah über das Leben und Arbeiten in einem geteilten Land diskutieren.

Stipendiaten besuchen das Peres Center for Peace in Tel Aviv
Stipendiaten besuchen das Peres Center for Peace in Tel Aviv
Zusammen mit dem Alttestamentler und Archäologen Prof. Vieweger unternahmen wir eine theologisch-geschichtliche Exkursion nach Jericho und erkundete die islamische Pilgerstätte „En Nabi Musa“ sowie die historischen Ausgrabungsstätten von Qumran. Als ein beeindruckendes Erlebnis ist allen Stipendiatinnen und Stipendiaten der Rundgang durch die Shoa-Gedenkstätte „Yad Vashem“ im Gedächtnis geblieben.

Weitere Höhepunkte der Gespräche waren eine Diskussion zum Leben von diskriminierten Minderheiten (Homosexuelle, queer people) in Jerusalem und eine weitere thematisch verwandte Diskussion im Institut „Refugee Rights Clinic“ an der Universität Tel Aviv. Dort besuchte die Gruppe auch das „Stephen Roth Institute“ für Antisemitismusforschung.


Zahlreiche Menschen in Palästina und Israel setzen sich, trotz der zahlreichen Konflikte und vielen Gegensätze, für Verständigung und Ausgleich ein. Sie tun dies auch in inländischen Organisationen wie der ebenfalls besuchten Nichtregierungs-Organisation „Peres-Center for Peace“ in Tel Aviv oder im international unterstützten Kontext, beispielsweise als Partnerorganisationen der Stiftung für die Freiheit.

Die Auslandsakademie ist durch die umfangreiche Unterstützung des Projektbüros der Stiftung in Jerusalem (Hans-Georg Fleck und Anne Cohen-Köhler) und der Begabtenförderung (Christian Taaks und Michael Nitschke), sowie die finanziellen Zuschüsse des Verbandes der Stipendiaten und Altstipendiaten der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (VSA) ermöglicht worden.

Christian Schmelzer

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letzte Änderung: 03.11.2011


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