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Ad fontes – Studenten erproben im Archiv den Umgang mit Quellen

"...in zwei Tagen mehr gelernt als in drei Monaten an der Uni."

Aachener Geschichtsstudenten vor ihrem "Forschungsgegenstand"
Aachener Geschichtsstudenten vor ihrem "Forschungsgegenstand"
In der Woche nach Pfingsten führte das Archiv des Liberalismus gleich zwei Kooperationsveranstaltungen mit nordrhein-westfälischen Universitäten durch. Studierende der Hochschulen aus Wuppertal und Aachen erhielten unter ihren Seminarleitern Prof. Ewald Grothe und Ines Soldwisch einen anschaulichen Einblick in die Arbeit mit Originalquellen.

 

In jeweils dreitägigen Blockseminaren, die als Gastveranstaltungen an der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach stattfanden, bearbeiteten sie Originalakten aus den Beständen des Archivs. Für die Gäste der Bergischen Universität Wuppertal, die überwiegend den neuen Masterstudiengang Editions- und Dokumentwissenschaft belegen, ging es um die Herausforderungen bei der Veröffentlichung unterschiedlicher historischer Quellentypen.

 

Im Mittelpunkt des Hauptseminars standen die Wiedergabe und sachgerechte Kommentierung von Briefen und Tagebüchern liberaler Politiker aus den 1950er Jahren. Zum einen wurde der ungedruckte Briefwechsel zwischen dem früheren FDP-Vorsitzenden Thomas Dehler und der Alterspräsidentin des Deutschen Bundestages, Marie-Elisabeth Lüders, besprochen, zum anderen die Edition der Aufzeichnungen des Deutschlandpolitikers Wolfgang Schollwer anhand der Vorlagen kritisch beleuchtet.

 

Die Geschichtsstudenten von der RWTH Aachen widmeten sich unter dem Titel "Heuss im Original" der Interpretation von Briefen des ersten Bundespräsidenten. Aus verschiedenen Beständen, u .a von Thomas Dehler, Hans Reif und Werner Stephan, hatte der Referent des Archivs, Jürgen Frölich, zum großen Teil bisher nicht edierte Autographen ausgewählt, die ein bezeichnendes Licht auf verschiedene Phasen im Leben von Theodor Heuss zwischen 1932 und 1961 warfen.

 

Diese wurden unter seiner Anleitung von den Studierenden analysiert und mit Hilfe der Fachliteratur interpretiert; außerdem wurden Bezüge zu weiteren Quellen hergestellt. Das für beide Veranstaltungen ähnliche Konzept erwies sich als voller Erfolg. Mit Eifer und Engagement warfen sich die Studierenden in die Arbeit mit den Quellen und brachten die Dokumente innerhalb weniger Stunden wahrhaft "zum Reden". Einer von ihnen meinte am Ende: "Hier habe ich in zwei Tagen mehr gelernt als in drei Monaten an der Uni."

 

Die Aachener planen, ihre Erkenntnisse möglicherweise in einer Heuss-Broschüre zu publizieren. Dozenten und Studenten waren sich jedenfalls einig, dass Seminare dieser Art keine Unikate bleiben sollten. Die Kooperation des Archivs des Liberalismus mit Universitäten soll weitergeführt werden.

 

Jürgen Frölich/Ewald Grothe

 

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letzte Änderung: 22.06.2011


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