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Heinz Rudolf Kunzes imposanter Auftritt in Heide

„Die Freiheit der Kultur mit der Kultur der Freiheit verbinden …“

W. Stute, H.R. Kunze
W. Stute, H.R. Kunze
Er war der Stargast der Veranstaltung "Kultur im Kreis - Bedeutung der Kultur, Freiheit der Kultur im ländlichen Raum" im Heider Kreishaus. Über 150 Gäste waren gekommen, nicht zuletzt um ihn singen und reden zu hören: Heinz Rudolf Kunze. Als intellektueller Rock-Poet ist er seit Anfang der 80er Jahre eine Konstante in der deutschen Musikszene. Aber nicht nur seine 27 Alben, auch seine Arbeit als Komponist, Musicalübersetzer und Musikjournalist zeugen von einer unglaublich kreativen Produktivität. Und so sollte der gelernte Germanist, Musiker und wortgewaltige Sprachkünstler auch an diesem Sonntagmorgen niemanden enttäuschen. Begleitet von seinem Manager und Gitarristen Wolfgang Stute zelebrierte er leise und laute Töne in musikalisch-literarischer Form: verstörend und irritierend, verzaubernd und berührend.

v.l. H.-J. Otto, H. R. Kunze, V. Kolb, M. Roick
v.l. H.-J. Otto, H. R. Kunze, V. Kolb, M. Roick
Der Auftritt des viel beschäftigten Künstlers im hohen Norden war den Bemühungen seines Freundes und FDP-Politikers Hans-Joachim Otto zu verdanken sowie der Beharrlichkeit von Veronika Kolb, die als zuständige Regionalbüroleiterin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Schleswig-Holstein alles, was eine solche Veranstaltung erfordert, möglich machte.

Der Auftritt Kunzes war eingebettet in eine Diskussionsveranstaltung über die Bedeutung und Freiheit der Kultur im ländlichen Raum. Der medienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Hans-Joachim Otto eröffnete seinen Eingangsvortrag mit einem Zitat von Friedrich Schiller: „Die Kunst ist eine Tochter der Freiheit.“ Unser Grundgesetz, so Otto, habe Schillers Erkenntnis in ein Grundrecht übersetzt (Art. 5). Nur in Gesellschaften, in denen die Freiheit im Mittelpunkt des politischen Handelns stehe, könnten sich Kunst und Kultur entfalten. Von daher seien sich Kulturschaffende und Liberale auch sehr ähnlich. Beide verfolgten die gleichen Ziele, da sie auf Vielfalt setzten. Für beide sei die Freiheit des Menschen das höchste Gut. Und sie seien Verbündete, wo dies infrage gestellt werde. Liberale, so Otto weiter, hätten eine besondere Verpflichtung, um Kunst und Kultur einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft zu verschaffen.

Großes Interesse an Musik und Diskussionen
Großes Interesse an Musik und Diskussionen
Als Liberaler freue man sich zwar über jedes ehrenamtliche und mäzenatische Engagement in diesem Bereich. Und dies sei zweifellos das Herzstück der Kultur. Aber daneben müsse eine Grundförderung durch die öffentliche Hand dauerhaft gesichert sein. Und hier übte Otto scharfe Kritik. Denn die Ausgaben der öffentlichen Hand seien in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgefahren worden. Und vor allem die Länder und Kommunen litten unter diesem verhängnisvollen Trend. Der Anteil der Kulturausgaben am Bruttoinlandsprodukt sei im Zeitraum von 2001 bis 2004 von 0,41 auf 0,36 Prozent zurückgegangen. Und das Land Schleswig-Holstein, so Otto, stehe hier an der Spitze: Mit einem Anteil von 0,22 Prozent am Bruttoinlandsprodukt bilde es das Schlusslicht aller 16 Bundesländer.

Es sei auch ein falsches Zeichen, wenn in mehreren Bundesländern die Kultur als eigenes Ressort aufgegeben und in andere Ministerien bzw. Staatskanzleien eingegliedert werde. Für die Liberalen habe die Kultur eine herausragende Bedeutung. Deshalb habe die FDP einen Antrag eingebracht, Kultur als Staatsziel ins Grundgesetz aufzunehmen. Damit sei zwar kein unmittelbarer einklagbarer Anspruch verbunden, gleichwohl würde ein solches Staatsziel eine handfeste Wirkung entfalten. Jeder Kulturverantwortliche in den Kommunen und Kreisen wäre gestärkt.
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letzte Änderung: 12.09.2008


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