Navigation

Zur Startseite

Inhalt

4. Berliner Rede zur Freiheit mit Prof. Paul Nolte

Begrüßung durch Wolfgang Gerhardt...
Begrüßung durch Wolfgang Gerhardt...
Was sind diese Bedingungen der Freiheit heute? Nolte knüpfte an die Worte von Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, an, der davor gewarnt hatte, "gerechte Verhältnisse nur in ungestörtem Wachstum zu sehen - das ist keine tief verankerte Freiheitsempfindung." Freiheit, so Gerhardt, werde eher als unbequem empfunden. Es fehle vielerorts die Bereitschaft, zwischen der Aufrechterhaltung eines sozialen Sicherheitsanspruches an den Staat und eigener Verantwortung zur Erhaltung der Freiheit neu zu disponieren.

 

Internet: ein zentraler Raum alltäglicher Freiheit

 

...und Katrin Burkhardt, Leiterin der Allianz SE Repräsentanz Berlin
...und Katrin Burkhardt, Leiterin der Allianz SE Repräsentanz Berlin
Nolte rückte bei seiner Statusbestimmung von "Freiheit heute" an die erste Stelle die Freiheit der persönlichen Lebensführung, die Chance, seine individuellen Chancen, Wünsche und Ziele jedenfalls prinzipiell umsetzen zu können – mit der Gefahr des Umschlagens der Freiheit der Selbstverwirklichung in eine bloß noch hedonistische Freiheit und einer möglichen Auszehrung des öffentlichen Raums der Freiheit durch die Verlagerung des Freiheitsstrebens in die Privatsphäre.

 

Dann das unsichere "Gelände der modernen Lebensverhältnisse, der wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen der letzten zwei bis drei Jahrzehnte." Das Gefühl des Freiheitsverlustes habe sich ausgerechnet dort eingestellt, "wo nach der klassischen liberalen Theorie eine – gewiss nie die einzige – Quelle der Freiheit sprudelt: am Markt. Wird der Markt von den meisten Menschen noch als ein Ort der Freiheit und der Chancen wahrgenommen?"

 


"Freiheit als Leitfaden der Alltagspraxis"
Schließlich das Internet, das ein zentraler Raum alltäglicher Freiheit geworden sei. Das Internet erinnere in wunderbarer Weise an die zentrale Bedeutung der Meinungs- und Pressefreiheit – "die Augen klassischer Liberaler des 18. oder 19. Jahrhunderts würden leuchten, könnten Sie das erleben", so Nolte. "Wenn wir nach langer Gewöhnung vergessen hatten, worin Meinungsfreiheit besteht, können wir das jetzt wieder lernen und Kindern erklären."

 

Freiheit, so leitete Nolte das Ende seiner Rede ein, sei nicht weniger wichtig geworden – "sie wird aber anders buchstabiert; sie wird in konkreten Lebenszusammenhängen anders erfahren als früher." Es sei an der Zeit, "einen zeitgemäßen Entwurf der Freiheit nicht im Staat und nicht im Individuum, sondern in der Bürgergesellschaft zu verankern. Damit wird an die grundlegende Tatsache erinnert, dass Freiheit, die etwas anderes ist als radikale Ungebundenheit, nur in sozialen Zusammenhängen möglich ist. Niemand vermag für sich alleine frei zu sein."

 

Freiheit als Leitfaden der Alltagspraxis

 

Deshalb werde der Bereich der freien gesellschaftlichen Assoziation immer wichtiger, der Zusammenschlüsse zu allen nur denkbaren Zwecken außerhalb von Markt und politischer Herrschaft: Vereine, Verbände, Religionsgemeinschaften. Das sei klassischen Konservativen unheimlich, die darin ein romantisches Konzept zur Verklärung sozialer Protestbewegungen erkennen könnten und Linken, weil sie darin Angriffe auf den Staat vermuten, "vor allem auf die Leistungen des Sozialstaates."

letzte Änderung: 08.06.2010


Aktuelle Umfragen zur Bundestagswahl („Sonntagsfrage“), 06. Februar 2012

Realitätscheck für den Klimaschutz

Steuerwettbewerb in der Europäischen Union

Schaufenster Stiftung

Blog des Liberalen Instituts

09.02.2012: Diktatorennostalgie in Haiti? mehr...

08.02.2012: Was die Europäer über die Krise denken mehr...

08.02.2012: $48.700 pro Kopf mehr...

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit