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Die Schule als Polis – 3. Freiheitskongress

Gerhardt, Bueb, Dzembritzki, Gause, Hasenclever, von Hentig (v. l. n. r.)
Gerhardt, Bueb, Dzembritzki, Gause, Hasenclever, von Hentig (v. l. n. r.)
Bildung zieht, soviel steht fest. Auch der 3. Freiheitskongress bescherte dem Veranstalter, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, ein volles Haus. Er stand unter dem Titel „Freiheit – Eine Frage der Erziehung?“ Rund 350 Gäste aus ganz Deutschland waren der Einladung in den Admiralspalast Berlin gefolgt.

Alle Videos vom 3. Freiheitskongress
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Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können Kinder zu verantwortungsbewussten und zugleich freien Menschen erzogen werden? Die Referenten und Podiumsgäste, die darauf Antworten formulierten, waren Professor Hartmut von Hentig, Pädagoge und Publizist, Gründer der Laborschule Bielefeld, Bernhard Bueb, ehemaliger Leiter des Internats Schule Schloss Salem, Aleksander Dzembritzki, vormaliger Leiter der Rütli-Schule, Berlin-Neukölln, nunmehr in der Lehrerausbildung tätig, und Professor Wolf-Dieter Hasenclever, Leiter des Niedersächsischen Landesamts für Lehrerbildung und Schulentwicklung.

Die Schule als Polis

Wolfgang Gerhardt bei der Begrüßung
Wolfgang Gerhardt bei der Begrüßung
Wolfgang Gerhardt MdB, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung für die Freiheit, unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung einer soliden schulischen Ausbildung: „Die Welt der Zukunft ist eine Welt des Lernens.“ Lernen sei der entscheidende Nachhaltigkeitsfaktor, wirtschaftlich, kulturell, sozial und politisch. Beim Erwerb von Kompetenzen seien Lehrer und Elternhäuser gleichermaßen gefordert.

Hartmut von Hentig
Hartmut von Hentig
Erster Referent war Hartmut von Hentig, einer der wohl namhaftesten Vertreter der Erziehungswissenschaft überhaupt. Es bedeute, so von Hentig einleitend, eine Auszeichnung und ein seltenes Vergnügen, einmal nicht bloß über Bildungsmarketing, Risikogruppen oder Nachwuchskräftemangel referieren zu müssen, sondern über einen eher abstrakten Gegenstand nachdenken zu dürfen. Auf drei Wegen näherte er sich dem Freiheitsbegriff: auf einem politischen, einem praktischen und einem philosophischen. Alle verliefen vor dem Horizont einer wahrhaft enzyklopädischen Bildung. Eine Quintessenz: Zur Freiheit kann man nur in Freiheit erziehen. Im alten Athen war der paid-agogos, der Pädagoge, lediglich jemand, der den Knaben zum Gymnasium geleitete. „Erziehen konnte und musste er nicht; das taten die freie Bürger im Gymnasium, das tat die polis als ganze.“

Das Leben jenseits der Schule

Aleksander Dzembritzki
Aleksander Dzembritzki
Aleksander Dzembritzki wagte, wie es Wolfgang Gerhardt in seiner Anmoderation formulierte, einen „Griff mitten ins Leben“. Als 2006 die Rektorenstellen der Rütli-Schule im Berliner Problemkiez Neukölln ausgeschrieben war – ein halbes Jahr zuvor war die Schule nach einem Brandbrief der Lehrerschaft bundesweit in die Schlagzeilen geraten – bewarb er sich, als einziger. Auch wenn seine Zeit an der Spitze der Schule eher ein Intermezzo war, hat er zweifelsohne bemerkenswerte Spuren hinterlassen. Eines seiner Rezepte: Den Schülern mit Respekt begegnen, aber auch die Eltern, beispielsweise durch Hausbesuche, immer wieder dazu animieren, ihren Kindern auch eine lernfreundliche familiäre Umgebung zu schaffen.
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letzte Änderung: 14.06.2010


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