Experten zur Finanzmarktkrise in der Theodor-Heuss-Akademie

Rating-Experte Oliver Everling Die Theodor-Heuss-Akademie ist den Ursachen und Folgen der gegenwärtig global zu beobachtenden wirtschaftlichen Rezession nachgegangen. Im Rahmen der Tagung „Die Finanzmarktkrise und die Folgen für Konjunktur, mittelständische Wirtschaft und Kapitalmarkt“ fanden sich zahlreiche Experten und Gäste aus ganz Deutschland in Gummersbach ein.
Aus Berlin war der liberale Finanzexperte Frank Schäffler MdB angereist. Auch der geschäftsführende Vorstand des Deutschen Derivate Verbandes, Hartmut Knüppel, kam aus der Bundeshauptstadt. Oliver Everling, einer der bundesweit ausgewiesenen Rating-Experten, reiste aus Frankfurt an und vom renommierten Walter-Eucken-Institut aus Freiburg konnte Michael Wohlgemuth als Referent gewonnen werden. Vom Kooperationspartner, dem Liberalen Mittelstand NRW e.V., kam der Unternehmensberater Dr. Reiner Osbild. Rudolf Schüller von der ISM International School of Management in Dortmund und Tagungsleiter Thorsten Lange, Dozent für Politikwissenschaft aus Worms, komplettierten das Referenten-Team.
Die Ergebnisse der Tagung lassen sich am besten thesenförmig zusammenfassen:
10 Thesen zur Finanzmarktkrise und den Erfordernissen der Politik
1. Die Ursachen der Krise sind nicht in neoliberaler Deregulierung der Finanzmärkte und maßloser Gier bestimmter leitender Angestellter in der Finanzbranche zu suchen, sondern in einem doppelten Staatsversagen. In den letzten Jahren hat überhaupt gar keine Deregulierung des Banken- und Finanzsektors stattgefunden, und die weniger regulierten Institutionen wie Hedge-Fonds und Private Equity-Firmen haben mit der aktuellen Krise zum einen nichts zu tun und sind zum anderen von ihr auch noch weniger betroffen als die traditionell stark bis überregulierten.
2. Als die eigentlichen Ursache für die Blase am US-amerikanischen Immobilienmarkt und den nachfolgenden Zusammenbruch des Interbankenmarktes ist vielmehr eine falsche Ausrichtung der Sozialpolitik unter der Clinton-Administration verantwortlich, die mit Hilfe ihres „Community Investment Act“ aus dem Jahr 1999 die Bonitätserfordernisse für private Immobilienfinanzierungen so weit herabsetzte, dass ein eigentlich nicht kreditwürdiger Personenkreis in den Genuss von Haus- und Grundbesitz kommen konnte.

Intensive Diskussionen 3. Als dann noch die Federal Reserve, die amerikanische Notenbank, im Gefolge des Platzens der „dot.com“-Blase 2000/2001 die Notenbankzinsen dramatisch absenkte, um entsprechend ihres politischen Auftrags eine Rezession in den USA abzuwehren, wurde die Spirale am Immobilienmarkt aus zu niedrigen Zinsen und explosionsartig steigenden Häuserpreisen in Gang gesetzt.





