Liberale in der Kontroverse – in Deutschland und in Brasilien

Fraktionssaal der FDP in Düsseldorf
Der zweite Punkt, der bei den Brasilianern besonderen Eindruck machte, waren die Gesprächspartner aus den Reihen der Jungen Liberalen, darunter der schon erwähnte Christoph Schnurr, der Düsseldorfer Ratsherr Rainer Mattheisen, der stellvertretende Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Henning Höne und der Generalsekretär der Internationalen Föderation Liberaler und Radikaler Jugendverbände (IFLRY), Frederik Ferié.
Ideengeber und Kontrolleur der Mutterpartei
Es sei beeindruckend, wie selbstverständlich junge deutsche Liberale für sich in Anspruch nehmen, sowohl der Ideengeber als auch der Kontrolleur der Mutterpartei zu sein. Brasiliens Juventude Democratas hatten erst in den letzten Jahren den Mut gefasst, im Zweifelfall auch gegen die Führung der Mutterpatei Position zu beziehen. Deutlich wurde das Ende 2009, als der Jugendverband über Blogs, Websites und mit Hilfe von Twitter den Parteiausschluss von Roberto Arruda, den in einen drastischen Korruptionsskandal verwickelten und damals den Demokraten angehörenden Gouverneur des Bundesdistriktes Brasilia, propagierte.
Nie zuvor waren die jungen Liberalen Brasiliens so lautstark für eine moralisch einwandfreie Politik und für Reformen eingetreten. Nie zuvor hatten sie soviel Konfliktbereitschaft gezeigt. Dass die Presse darauf positiv reagiert hat, zeigt, dass es sich auch in Brasilien lohnt, kontrovers zu sein und anders zu denken als andere.
Die Stiftung versucht weiterhin, die innerparteiliche Demokratie beim Partner zu stärken und eine neue Generation von Politikern heranzubilden, die Politik nicht länger als Geschäft betrachten, sondern sich durch Ideen, Prinzipien und Ideale auszeichnen. Die Reise nach Deutschland sollte dazu einen wichtigen Beitrag geleistet haben.
Rainer Erkens
Projektleiter Brasilien




