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Tagungsreihe "Migration": "Wissen als Importartikel?"

Podiumsdiskussion
Podiumsdiskussion
In der anschließenden, von Mariam Lau, Chefkorrespondentin der Welt, moderierten Podiumsdiskussion nahmen Dagmar Simon, Leiterin der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am Wissenschaftszentrum Berlin, Lamine Ba, Minister für Internationale Kooperation der Republik Senegal a.D., sowie Nina Lemmens, Leiterin der Abteilung Internationalisierung und Kommunikation des DAAD, teil.

 

Simon unterschied grundsätzlich zwischen der Diskussion über die deutsche Hochschul- und Forschungslandschaft und der Diskussion über die Migration von Bildungseliten – auch wenn es Verknüpfungen gebe. Viele deutsche Wissenschaftler würden die Frage nach ihrer beruflichen Zukunft nach dem Post-Doc mit Abwanderung ins Ausland beantworten. Die Zu- und Abwanderung von Forschern sei aber weiterhin einigermaßen ausgeglichen. Gleichzeitig sei es „absurd über Zuwanderung das deutsche Bildungsproblem zu lösen“, so Simon.

 

Hilfreich seien der begonnene Ausdifferenzierungsprozess der verschiedenen Hochschulen und die Stärkung des jeweiligen Forschungsprofils; dies befördere die internationale Kooperation. Lamine Ba, der als Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Deutschland studierte und nun als Vertreter eines Entwicklungslandes sprach, warnte vor dem französischen Modell der „immigration choisie“, das selektiv nur den besten Köpfen aus Entwicklungsländern die Immigration nach Frankreich ermöglicht.

 

Eine solche Politik sei sowohl für die Entwicklungs- als auch für die Industrieländer schlecht: „Es passt nicht, einerseits Entwicklungshilfe zu geben und andererseits die guten Produkte der dadurch geförderten Bildungspolitik abzuschöpfen“. Wichtig für die Entwicklungsländer wäre es daher, Bildungsmigranten Anreize zu geben, in ihre Heimat zurückzukehren und im Ausland erworbene Kenntnisse dort anzuwenden. Dadurch könnten sie als wichtige Mediatoren fungieren und neue Entwicklungspotentiale in ihrer Heimat befördern. Europa und besonders Deutschland sollten die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afrika intensivieren und verstärkt auf Technologie- und Know-How-Transfer setzen, statt auf finanzielle Entwicklungshilfe. „Es gilt, die eigene Anstrengung der Entwicklungsländer zu unterstützen“, so Lamine Ba.

 

Lemmens sprach sich ebenfalls dafür aus, intensiver die Ausbildungskapazitäten in Entwicklungsländern zu stärken, wie es beispielsweise bereits über DAAD-Stipendien für Afrikaner in Afrika geschehe. Allerdings könne man nicht vollständig beeinflussen wollen, wer zu Ausbildungszwecken wohin zu ziehen habe. „Man muss die Universitätslandschaft als Markt begreifen, auf dem um die besten Studenten konkurriert wird“. Grundsätzlich sprach sich Lemmens für die Beibehaltung der Einheit von Forschung und Lehre aus, allerdings müsse die Durchlässigkeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gerade an den Universitäten verbessert werden. „Die Fachhochschulen sind da besser“, sagte Lemmens.

 

Csilla Hatvany

 

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letzte Änderung: 19.02.2010


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