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"60 Jahre Bundesrepublik Deutschland - 60 Jahre Verantwortung für die Soziale Marktwirtschaft"

Wolfgang Gerhardt
Wolfgang Gerhardt
„Die Finanzkrise ist keine Krise der Marktwirtschaft, sie ist durch staatliches Fehlverhalten begründet.“ Während der Festveranstaltung „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland – 60 Jahre Verantwortung für die Soziale Marktwirtschaft“ hielt der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, ein klares Plädoyer für das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft zu dem es keine Alternative gebe.

Vor den ca. 200 Gästen, die der Einladung der Stiftung für die Freiheit und der Karl-Hermann-Flach-Stiftung in den Großen Saal der Landesbank Hessen-Thüringen in den Main-Tower Frankfurt gefolgt waren, betonte Gerhardt mit Blick auf die aktuellen Ereignisse rund um die so genannte „Opel-Rettung“ sowie die drohende Insolvenz bei Arcandor, dass der Staat sicher nicht der bessere Banker, auch nicht der bessere Unternehmer sei. In Sachen Opel müsse sich nun erst zeigen, ob der Rettungsversuch auch tatsächlich Erfolg haben werde.

Herbert Hirschler
Herbert Hirschler
Auch Herbert Hirschler erklärte als Vertreter der gastgebenden Helaba, wie schwierig die Balance zwischen Politik und theoretischem Anspruch im Rahmen solcher staatlicher Eingriffe sei. Die Vergangenheit habe gezeigt, wie Staatsintervention dazu führen konnte, auch Banken mit gutem Geschäftsmodell in die Krise geraten zu lassen.

Dieter Posch
Dieter Posch
In ihren Grußworten betonten der Hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch und der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs gleichermaßen, dass die Finanzkrise nicht dazu instrumentalisiert werden dürfe, das Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft zu untergraben. Soziale Marktwirtschaft sei nicht mit schrankenlosem Kapitalismus gleichzusetzen. Sie gebe einen klaren Ordnungsrahmen vor, an dem die Wirtschaftsakteure ihre Dispositionen zu orientieren haben, erklärte Posch. Der Staat sei nach wie vor zwecks Setzung des Ordnungsrahmens wichtig. Hans Friderichs gab klar zu verstehen, dass nicht die Soziale Marktwirtschaft Schuld an der Krise habe, sondern dass die Akteure in Staat und Wirtschaft versagt haben und bis heute versagen.

Festvortrag in Krisenzeiten

„Darf man in Zeiten einer solchen Krise einen Festvortrag zu diesem Thema halten?“ fragte sich Hans D. Barbier zu Beginn seiner Festrede. Eine Frage, die er klar mit Ja beantwortete. Trotz Krise habe man dennoch allen Grund auf die Entwicklung der Bundesrepublik seit Ende des Zweiten Weltkrieges stolz zu sein, erklärte der Vorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung. Schließlich feiere man nicht zuletzt 60 Jahre Demokratie im Inneren und ein hohes Maß an Friedfertigkeit nach außen.

Hans D. Barbier
Hans D. Barbier
Ähnlich wie seine Vorredner verwies auch Barbier auf das schwierige Wechselspiel zwischen dem was die Politik vorgibt und dem was der Bürger gerne hören würde. So höre der Bürger z.B. beim Stichwort Schuldenbremse sicher nicht gerne, dass der Staat krisenbedingt ungehemmt Schulden mache. Das Instrument „Schuldenbremse“ sei jedoch seiner Aufassung nach aktuell nicht umsetzbar. Es sei gut, dieses in den Händen zu wissen, doch frühestens in einigen Jahren wirklich anwendbar.
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letzte Änderung: 26.06.2009


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