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Freiheitskongress: Republik der Panikmacher?

Freiheitskongress im Langenbeck-Virchow-Haus
Freiheitskongress im Langenbeck-Virchow-Haus
Eines konnte man schon im Vorfeld des 4. Freiheitskongresses der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sicher prognostizieren: Es wird überdurchschnittlich viel zu lachen geben. Gehörte doch neben zwei Wissenschaftlern und einer Politikerin auch ein Kabarettist zu den Referenten.

 

Wolfgang Gerhardt
Wolfgang Gerhardt
Alle vier referierten und diskutierten – erstmals im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin – zum Thema "Zwischen Populismus und Aufklärung". Ganz besonders im Hinblick auf politische Streitfragen, die nur mit naturwissenschaftlichem Hintergrund zu lösen sind. In den Bereichen Umweltschutz, Biowissenschaften, Klimawandel, Energieversorgung und Gentechnik sei da in letzter Zeit, so der Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt MdB, nicht immer die Kultur eines fairen Diskurses vorherrschend gewesen, sondern Versuche mancher Beteiligter, eine Diskurshoheit zu gewinnen. "Dabei wurde mit Daten ganz außergewöhnlich umgegangen", so Gerhardt, "auch in Medienlandschaften, die Seiten mit dem Ozonloch füllten und mit dem Waldsterben und deren heutige Nachbearbeitung derselben Themen man mit dem Elektronenmikroskop suchen muss."

 

Videos vom Freiheitskongress am Ende des Beitrags
Videos vom Freiheitskongress am Ende des Beitrags
Grund genug, beim Freiheitskongress Persönlichkeiten zu Wort kommen zu lassen, die jede auf ihre Weise vom gefühlten wissenschaftlichen Mainstream abweichen: Walter Krämer, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Technischen Universität Dortmund, bekannt durch sein Buch „Lexikon der populären Irrtümer“. Christel Happach-Kasan MdB (FDP), Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der FDP-Bundestagsfraktion und Befürworterin von Gentechnik im Pflanzenanbau. Dann Hans von Storch, Klimaforscher und Meteorologe, Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum in Geesthacht, der sich gegen Alarmismus in Sachen Klimawandel ausspricht und schließlich Vince Ebert, studierter Physiker, Kabarettist und Autor, der gerade mit seinem Programm „Freiheit ist alles“ auf Tournee durch Deutschland und in der Schweiz ist.

 

Der Dioxin-Skandal im Deutschland des Januar 2011 diente dem schon vorher geplanten Kongress nicht als Anlass, kam aber doch mehrfach zur Sprache. Denn fast zu jeder Zeit beherrscht ähnliches die Schlagzeilen und typisch dabei ist, so Walter Krämer in seinem Referat mit dem Titel "Hysterie als Standortnachteil", dass die tatsächlichen Gefahren für die Bevölkerung regelmäßig weit unter der gefühlten Gefahr liegen, die in den Medien verbreitet wird.

 

Russisches Roulette mit Zeitzünder

 

Determinanten der Risikoakzeptanz
Determinanten der Risikoakzeptanz
Wovor haben wir eigentlich Angst? Der Statistiker stellte dies an einer anschaulichen Grafik mit dem Titel "Determinanten der Risikoakzeptanz" dar. Mit Rationalität hat es demnach offenbar wenig zu tun, wie wir einschätzen, was uns bedroht. Die Konsequenz: "Wir bewältigen Gefahren nur sehr ineffizient – wir machen uns oft wegen der falschen Dinge Sorgen." So sei allgemein bekannt, dass Auto fahren wesentlich gefährlicher als Fliegen ist – die fehlende Möglichkeit aber, bei Gefahr selber eingreifen zu können, sorge verbreitet für Flugangst, während man kaum jemand finde, der sich vor dem Autofahren fürchte. Es spiele auch eine große Rolle, ob eine Wirkung verzögert oder sofort eintrete. Hunderte Menschen sterben jedes Jahr an verschluckten Fischgräten, ohne dass davon viel Aufhebens gemacht werde – BSE dagegen, das nach den pessimistischsten Prognosen vielleicht irgendwann ein paar Dutzend Opfer fordern werde, sei in aller Munde. "Das ist wie Russisches Roulette mit Zeitzünder: Abdrücken – und vielleicht nach zehn Jahren erfährt man, ob die Kugel einschlägt."

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letzte Änderung: 25.01.2011


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