26.11.2011 - Liberale Stichtage: 125. Todestag von Heinrich Runge

Heinrich Runge Für die großartige kommunalpolitische Tradition, die der deutsche Linksliberalismus gerade auch in Berlin hat, steht neben Rudolf Virchow und Hugo Preuß (vgl. Liberaler Stichtag 28.10.2010) auch ein Mann wie Heinrich Runge.
Der Sohn eines uckermärkischen Kohlenhändlers kam als Kind nach Berlin und entwickelte sich dank vermögender Verhältnisse zum Privatgelehrten in Altertumskunde. 1848 stand er auf Seiten der Liberal-Demokraten und wurde zum Stadtrat der preußischen Hauptstadt gewählt; nach der Niederlage der Revolution ging er ins Schweizer Exil, wo er an Museen wirkte.
1861 zurückgekehrt schloss sich Runge sofort der neugegründeten Fortschrittspartei (vgl. Liberaler Stichtag 06.06.2011) an, die er bald im preußischen Abgeordnetenhaus und ab 1867 auch im Reichstag vertrat.
Über lange Jahre gehörte er den Führungsgremien des Linksliberalismus an. Seine Haupttätigkeit lag aber in der Berliner Stadtverwaltung, in der sich Runge vor allem um die städtischen Finanzen und die Stadtreinigung sehr verdient machte. 15 Jahre lang war der „Fortschrittler“ bis zu seinem Tod im Alter von knapp 69 Jahren Kämmerer der nunmehrigen deutschen Hauptstadt, die in dieser Zeit ihre Einwohnerzahl von rund 800.000 auf über 1,3 Millionen steigerte.
Heinrich Runge beim Bürgerverein Luisenstadt und in den Verhandlungen des Reichstages / Stenographische Berichte
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