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25 Jahre Rudolf von Bennigsen-Stiftung

Mit einem Festakt in Hannover wurde anlässlich der 25-jährigen Veranstaltungstätigkeit der Rudolf von Bennigsen-Stiftung in Niedersachsen deren Wirken gewürdigt. „Bildungsarbeit ist für Liberale ein Kernbestandteil ihrer politischen Tätigkeit. Das geht auf die Ursprünge des Liberalismus in der Aufklärung zurück.“ An liberale Bildungstraditionen erinnerte der Stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Walter Hirche, im Rahmen einer Festveranstaltung in Hannover anlässlich des 25jährigen Bestehens der Rudolf von Bennigsen-Stiftung.

Rolf Berndt (Geschäftsf. Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung), Erich Küpker
Rolf Berndt (Geschäftsf. Vorstandsmitglied der Friedrich-Naumann-Stiftung), Erich Küpker
Zuvor hatte der Kuratoriumsvorsitzende und Landesminister a. D. Erich Küpker den festlichen Abend eröffnet und die über 180 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft begrüßt.
Er erinnerte an die Stunde der Gründung der liberalen Landesstiftung am 1. Dezember 1980. Der Zweck der Stiftung - damals wie heute – sei die Förderung der politischen Erwachsenenbildung aus liberaler Perspektive. Es ginge um eine kontinuierliche Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern über eine liberale Gesellschaftspolitik und liberale Wertvorstellungen sowie eine Stärkung der individuellen Verantwortungsbereitschaft. Diesem Anspruch sei die Rudolf von Bennigsen-Stiftung in den letzten 25 Jahren mehr als gerecht geworden. An die Adresse der Zuwendungsgeber richtete er die Hoffnung, politische Bildungsarbeit in Niedersachsen auch in Zukunft finanziell zu ermöglichen.

„Aufgeklärte Gesellschaften haben sich noch nicht überall entwickelt. Aufklärung und Menschenrechte setzen sich nicht von selber durch.“ In seinem Grußwort nahm der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, Dr. Wolfgang Gerhardt, Bezug auf den Kern des politischen Liberalismus als Ausgangspunkt für die gemeinsame politische Bildungsarbeit:

Dr. Wolfgang Gerhardt
Dr. Wolfgang Gerhardt
Freiheit verlange Mut und auch Verzicht. Freie Gesellschaften, so Gerhardt in Anlehnung an den kürzlich verstorbenen Publizisten Joachim Fest, gründe sich nicht zuletzt auf eine Reihe von Voraussetzungen, die sich nicht von selbst verstünden: auf zivilisierte Regeln und auf Normen, auf Duldung, ja sogar auf Privilegierung von Minderheiten, auf ein System von Vorkehrungen. Nur so sei ein halbwegs erträgliches Zusammenleben von Menschen mit Menschen zu ermöglichen: „In diesem Punkt liegt das eigentümliche Pathos der Idee einer freien Ordnung.“
Verbrieftes Recht, eine geschriebene Verfassung reiche alleine nicht aus. Es gehe um die mentale Verfassung einer Gesellschaft wenn Freiheit Bestand haben solle, nicht nur um Wissen und Können. Es gehe gerade auch um Charakter und Haltung und um das „Ethos der Leistungsbereitschaft“, welche das Leben und die politischen Aktivitäten von Rudolf von Bennigsen so geprägt hätten.

Über seinen Urahnen „Rudolf von Bennigsen – Maßstäbe und Herausforderungen der Politik“ sprach dann der Cellist, Dirigent, Schauspieler, Philosoph, politische Denker und Dichter, Roderic von Bennigsen, für den Freiheit und Selbstverwirklichung unabdingbare Voraussetzungen für die Entfaltung des Menschen darstellen. Eindringlich warnte er vor einer zunehmenden allgemeinen Entpersonalisierung menschlicher Verantwortung, dem unbedingt entgegengewirkt werden müsse. Moralische Integrität und Mäßigung rief er als zentrale Kategorien politischer Haltungen ins Gedächtnis.

Beispielhaft erinnerte er in diesem Zusammenhang an das Verhältnis Rudolf von Bennigsens zu Otto von Bismarck. Arbeitete dieser doch - insbesondere im ersten Jahrzehnt nach der Reichsgründung - eng mit Bismarck zusammen, der den Hannoveraner wiederum wegen seines Pragmatismus schätzte. Bennigsen habe die unmittelbare Erfahrung des preußischen Verfassungskonfliktes gefehlt, weswegen er Bismarck gegenüber weitaus positiver eingestellt gewesen sei als seine altpreußischen Parteifreunde. Diese unterschiedlichen historischen Vorprägungen der führenden Köpfe der Nationalliberalen Partei hätten schließlich auch maßgeblich mit zur Spaltung der Nationalliberalen Partei beigetragen. An dem von Respekt gekennzeichneten Verhältnis der beiden Politiker sollte sich, so der späte Nachfahre Bennigsens, die heutige Politik ein Beispiel nehmen.
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letzte Änderung: 12.09.2008


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