24/7-Istanbul: Ein Tagebuch (Tag 5)
Neue Fragen, neue Kontinente

Auf ein Treffen mit Vertretern des liberalen 3H Movement stand auf dem Programm. Der fünfte Tag unserer Auslandsakademie beginnt, wie gewohnt, mit Frühstück im Hotel. Auf Çay, den türkischen Schwarztee, möchte kaum noch jemand verzichten. Wir beeilen uns, denn um 9:00 Uhr haben wir einen Termin im deutschen Generalkonsulat. Dort werden wir von Britta Wagner im „Berlin Zimmer“ empfangen. Die Gruppe erfährt etwas über die vielseitige Arbeit der deutschen Auslandsvertretung und kann tiefe Einblicke nehmen in die regionale und internationale Rolle der Türkei. Innenpolitische Themen, wie die Überarbeitung der Verfassung, kommen ebenfalls zur Sprache.
Im Anschluss interessiert uns, wie die Zusammenarbeit mit Justiz und administrativem System funktioniert, wie die Arbeit der politischen Stiftungen von offizieller Seite gesehen wird (sehr positiv) und wie mit Problemen, zum Beispiel Korruption, umgegangen wird. Nach detaillierten Antworten und einer ganzen Fülle interessanter Eindrücke, ist es Zeit für eine Führung durch das Konsulat. Das zur Kaiserzeit erbaute Gebäude bietet, ähnlich wie das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung, einen bezaubernden Blick über den Bosporus und auf die Stadt. Wir können uns kaum satt sehen.

Ankunft in Kodiköy Eine halbe Stunde später sind wir am Hafen. Während unsere Gedanken noch bei den von der Sonne beschienenen Dächern Istanbuls und der Frage nach liberaler Demokratisierung in der Türkei sind, setzt unsere Fähre in Richtung Asien ab. Nach knapp 20 Minuten Fahrt erreichen wir nicht nur das Viertel Kodiköy, sondern auch einen anderer Kontinent. Wir sind beeindruckt. In der Mittagspause verschaffen uns nicht nur Falafel, Kebab und Salat, sondern auch türkischer Mokka die nötige Energie für den Nachmittag.
Für den zweiten Teil des Tages führt uns das vielseitige Programm ins Technikmuseum; anschließend ins Istanbul Modern Art. Dort faszinieren besonders der Istanbuler Künstler Kemal Önsoy und der türkische Impressionist Bedri Bayham („I wish I had a Harem“). Ihre sowohl lebendigen als auch raffiniert verstörenden Bilder runden das Tagesprogramm angenehm ab.
Johannes Heekerens
Lesen Sie morgen Teil 6 des Tagebuchs...
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