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17.11.2011 - Liberale Stichtage: 125. Geburtstag von Ferdinand Friedensburg

Aufruf Friedensburgs gegen Radikalismus von links und rechts (1932)
Aufruf Friedensburgs gegen Radikalismus von links und rechts (1932)
Dass eine freiheitliche Haltung nicht immer mit einer Mitgliedschaft im organisierten Liberalismus einhergeht, zeigt sich in Teilen der politischen Biographie von Ferdinand Friedensburg. Der 1886 in Niederschlesien geborene Richtersohn, dessen Großvater freisinniger Oberbürgermeister von Breslau gewesen war, studierte Geologie und wollte eigentlich eine Karriere im Bergbau einschlagen, was aber eine im Ersten Weltkrieg zugezogene Verwundung verhinderte.

Stattdessen arbeitete Friedensburg ab 1919 als Journalist und wurde Mitglied der DDP. Die preußische Regierung ernannte ihn kurz darauf zum Landrat eines ostelbischen Kreises, wo Friedensburg einen zähen Kampf zur Etablierung demokratischen Strukturen gegen die alteingesessenen Landadligen führte.

Als erprobter Republikaner ausgewiesen wurde er Anfang 1925 stellvertretender Polizeipräsident von Berlin, wo er aber ebenfalls aneckte und schon zwei Jahre später zum Regierungspräsident von Kurhessen ernannt wurde. Als solcher engagierte er sich weiterhin auch parteipolitisch im liberalen Sinne und wurde deshalb 1933 von den Nationalsozialisten entlassen.

Wie etliche andere Weimarer Linksliberale schätzte auch Friedensburg 1945 Chancen für die Wiederbelebung einer liberalen Partei gering ein und unterstützte das Projekt einer bürgerlich-christlichen Sammlungsbewegung; in Berlin gehörte er zu den Begründern der CDU.

Diese vertrat er ab 1946 als stellvertretender Oberbürgermeister in der Berliner Stadtverwaltung, während der Berliner Blockade leitete Ende 1948 für einige Monate faktisch die Geschicke der West-Stadt. Ab 1950 konzentrierte sich Friedensburg ganz auf seine Mandate im Berliner Abgeordnetenhaus und im Bundestag; er starb 1972 in seiner Wahlheimat Berlin.

Geschichte des Ferdinand-Friedensburg-Platzes in Berlin
Aufruf Friedensburgs gegen Radikalismus von links und rechts (1932)
Brief an Hans Reif (1969)

Liberale Stichtage - mit dieser Serie erinnert das Archiv des Liberalismus in unregelmäßigen Abständen an Ereignisse und Personen aus der Geschichte des deutschen Liberalismus. Alle bisherigen ‚Stichtage’ finden Sie hier. Möchten Sie nach Ereignissen zu einem bestimmten Datum suchen? Auf der Stammseite der Liberalen Stichtage finden Sie dazu rechts oben einen Kalender.
letzte Änderung: 24.10.2011


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